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DIY-Backfischbrötchen-Brevet nach Heiligenhafen

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DIY-Backfischbrötchen-Brevet nach Heiligenhafen

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April 11, 2026

DIY-Backfischbrötchen-Brevet nach Heiligenhafen

12:07

329km

27.2km/h

48.6km/h

2,510m

2,480m

Garmin Instinct 2X

Eigentlich sollte es nach Büsum gehen. Doch den gesamten Rückweg mit Gegenwind zu fahren, behagte mir gar nicht. Also habe ich mir einen Track mit überwiegend Seitenwind gewählt: die Wahl fiel auf Heiligenhafen. Passende Routen hatte ich glücklicherweise.

Bei 0° C, aber bekleidet eher für 10° bis 15° C mit Merino-Langarm-Baselayer, Thermotrikot, Knielingen, bin ich kurz nach sechs Uhr gestartet. Einzige Zugeständnisse an die Temperaturen waren dünne Überschuhe, Handschuhe, ein Schlauchschal und die Windjacke. Hm, war ein wenig frisch, aber in Bewegung ging es.

Nach etwa 7 Km dann der größte Aufreger des Tages: in Glinde, auf etwa 6m bis 7m breiter Fahrbahn, überholt mich ein Autofahrer mit einer handbreit Abstand zwischen seinem rechten Außenspiegel und meinem Lenker. Dermaßen laut und unflätig, wie ich ihn anschließend beschimpft habe, war der ganze Ort wach. Der Autofahrer hat davon offensichtlich nichts mitbekommen, er ist unbekümmert weitergefahren. Es dauerte, bis ich mich von dem Zwischenfall beruhigt hatte.

Danach war es eine wunderbare Tour, erst recht, als die Temperaturen langsam stiegen. Wenigstens seit Oldesloe bot sich mir ein traumhafter Blick über leicht hügelige Landschaften mit strahlend blauem Himmel und Sonne. Nackte braune Äcker wechselten sich ab mit grünen Wiesen und Weiden, die anfangs noch mit Raureif bedeckt waren.

Das Ortseingangsschild von Quaal habe ich für einen kurzen Stop genutzt und mich der nun überflüssigen Überschuhe, Handschuhe, Schlauchschal und Windjacke entledigt. Zu der Zeit kam auch erstmals merklich Wind auf, bis dahin war es fast windstill. Nach 100 Km hab ich in Eutin eine Frühstückspause gemacht. Der Wind nahm zu und machte sich mehr und mehr bemerkbar, ohne zu stören. Nach 154 Km, auf dem Weg nach Sulsdorf, fühlte es sich gar wie im luftleeren Raum an: Fahrtwind und Rückenwind hoben sich gegeneinander auf. Schöön!

In Heiligenhafen gönnte ich mir dann am Hafen das Backfischbrötchen. Der Backfisch wurde frisch im Bierteig frittiert und hat entsprechend lecker geschmeckt. Etwas später an einer Tankstelle habe ich meine Trinkflaschen aufgefüllt. Weiter ging es zum nächsten Zwischenziel nach Neustadt. Ständige Richtungswechsel brachten mal Gegen-, mal Rückenwind. Wie sehr schätzte ich nun die Aerobars, auf denen ich mich quasi unter den Wind bücken konnte; viel besser, als aufrecht im Wind zu sitzen.
In Neustadt hab ich noch einmal Wasser aufgenommen. Wenig später, in Gleschendorf, hatte ich gerade die versammelte halbe Dorfjugend, zwei Halbwüchsige, überholt, als es einen lauten Knall gab: der Schlauch im Hinterrad war geplatzt. Sofort kam die Dorfjugend zu mir und fragte, ob alles in Ordnung sei. Dachten die, auf mich sei geschossen worden? ;-) Beim Schlauchwechsel stellte ich fest, dass sich die Karkasse des Reifens vom Wulst gelöst hatte, auf etwa 2 bis 3 cm Länge. Die Stelle habe ich mit einem Reifenflicken notdürftig gesichert, damit sich nicht auch der neue Schlauch an der Stelle durchscheuert.

Zwischen Curau und Dissau bin ich zwei Bekannten begegnet, die auf ihrer Tour ebenfalls auf dem Rückweg nach Hamburg waren. Denen habe ich mich angeschlossen und meinen Rückweg angepasst. In Begleitung ist mir der Rückweg deutlich einfacher gefallen als es solo der Fall gewesen wäre. Was ein wenig Windschatten doch ausmachen kann. Mit etwa 14 Km mehr als ursprünglich geplant bin ich mit dem letzten Tageslicht nach Hause gekommen.

PS:
Wie ich gerade feststellen musste, ist der gewechselte Schlauch im Hinterrad jetzt auch platt, der Reifenflicken hat sich teilweise aus dem Reifen rausgeschoben. Der Reifen ist im Eimer. Da hab ich wohl noch mal Glück gehabt.

PPS:
Der Schlauch ist gestern Abend geplatzt, als ich schon im Bett lag und schlief. Ich habe nichts mitbekommen, aber der Rest der Familie war in heller Aufregung, weil sie das Geräusch nicht einordnen konnten. Erst als unser Jüngster das platte Hinterrad sah, war klar, was passiert war.

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