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Enno SES
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RR_Gräfelfing - Gardasee_Tag 1/2_167 km_1.800 hm_Gräfelfing - Sylvensteinspeicher - Achensee - Inn - Alte Römerstraße - Matrei_2025-08-15

Enno SES
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RR_Gräfelfing - Gardasee_Tag 1/2_167 km_1.800 hm_Gräfelfing - Sylvensteinspeicher - Achensee - Inn - Alte Römerstraße - Matrei_2025-08-15

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August 15, 2025

RR_Gräfelfing - Gardasee_Tag 1/2_167 km_1.800 hm_Gräfelfing - Sylvensteinspeicher - Achensee - Inn - Alte Römerstraße - Matrei_2025-08-15

07:00

167km

23.9km/h

68.5km/h

1,800m

1,350m

Garmin Edge 1040

Mit dem Rennrad von Gräfelfing (München) an den Gardasee (Bassanega / Tremosine)

Tag 1 von 2 (15.08.2025)
6 Personen
Alles Gepäck am Mann (2 x) bzw. an der Frau (4 x)

Link zum 2. Tag:
https://www.komoot.com/de-DE/tour/2500867445?ref=itd

Anmerkung vorweg:
Die Route ist weder auf HM noch auf KM optimiert. Im Gegenteil haben wir versucht im Zweifel die schöneren bzw. ruhigeren Strecken herauszusuchen. Am Brenner wählen wir die Alte Römerstraße, um uns nicht etwaigem Mehrverkehr auf der Alten Brennerstraße auszusetzen, der durch die Bauarbeiten auf der Brennerautobahn verursacht werden könnte.
Wir wählen auch bewusst Fahrten durch die Ortskerne der italienischen Städtchen, die wir passieren, um zumindest einen kurzen Blick auf eben diese schönen Locations zu erhaschen. Auch das könnte man sicher schneller und kürzer planen, wenn es einem nur um die kürzeste und schnellste Strecke geht.
Somit optimieren wir auch nicht die Durchschnittsgeschwindikeit. Da wäre sicher mehr drin gewesen (von der eigenen Fitness mal ganz abgesehen ...).

Aber zur Tour:
Eigentlich wollten wir spätestens um 6:00 Uhr losradeln.
Aber wie es dann immer so ist, brauchen die Dinge doch etwas länger als man denkt. Und bis man mit sechs Leuten alles Geraffel zusammen hat und wirklich startklar ist ... So treten wir um kurz nach 6:30 Uhr das erste Mal in die Pedale. Endlich geht es los!!

Das Wetter: perfekt, noch etwas kühl. Aber Sonne und Trockenheit sind angesagt, nicht zu heiß. Besser geht es eigentlich nicht!

Der erste Teil der Route ist natürlich sehr vertraut:
Über Neuried geht es in und durch den Forstenrieder Park in Richtung Isar. Ich sichte ein Wildschwein, die im Forstenrieder Park immer wieder gut zu sehen sind!
Buchenhain, Baierbrunn, Hohenschäftlarn – alles vertrautes Tagestouren-Terrain und perfekt zum Einrollen.
Dann die erste kleine Überraschung: Meine Lieblingsabfahrt runter zum Kloster Schäftlarn ist auf halber Strecke über 200m voll gesperrt. Kann man überwinden, aber nimmt einem etwas den freudigen Flow. Unglaublich, wie viele Straßen der Freistaat derzeit aufreißt und sperrt.
Weiter geht es am Kloster vorbei über die Isar und zum spiegelglatt reflektierenden Isar-Kanal. Es folgt einer meiner Lieblings-Abschnitte am Kanal entlang in Richtung Aumühle und dann weiter durch die wunderschöne Publinger Au. Noch alles schön ruhig und leer. Immer wieder ein Träumchen dieses Stück. Wenn es doch nur immer so leer wäre!!!

Weiter Richtung Ascholding. Anders als sonst schlagen wir uns in Ascholding scharf rechts, um zunächst über ruhige Landwirtschaftswege grob Bad Tölz anzupeilen.
Später folgt ein ganzes Stück entlang bzw. auf der Staatsstraße. Aber weil es noch früh und Feiertag ist geht das komplett entspannt vonstatten.
Bad Tölz ist schnell erreicht und um die Energiewerte gar nicht erst absacken zu lassen steuern wir erstmals einen Bäcker an, der heute auch offen hat. Kaffee und Croissant schmecken schon!

Es braucht einen Moment, bis wir uns durch Bad Tölz wieder auf entspannte Landstraßen bewegen. Schon vor Bad Tölz gab es schöne Passagen mit Fernblick auf die Berge, aber jetzt zoomt alles schon deutlich näher ran! Motivation pur!
Immer noch ist gefühlt fast alles Leben von der Straße geholt. Bei Gaißach allerdings ist der Parkplatz vor der Kirche gestopft voll mit Autos. Wie war das noch gleich mit Himmelfahrt?
Ab hier wird es richtig schön! Auf breiten Landstraßen rollen wir zügig voran und haben beste Aussichten auf die Berge! Auch das sonstige Ambiente zeigt sich von der feinen Seite – Bayerische Häuser und Höfe, fein dekoriert mit blühenden Blumenkästen und Stauden. So gehört das!

In Lenggries muss man sich ein wenig durch den Ort schlängeln. Ist übrigens eine gute Alternative für einen ersten Kaffee Stopp. Hier gibt es einige nette/kleine Cafes und Bäckereien direkt entlang der Route, bei denen man gut einen kurzen Zwischenstopp einschieben kann. Danach spült einen die Wegführung an die B13. Allerdings geht es meistens auf dem gut ausgebauten Radweg nebenher und zur Rechten schimmert nun immer wieder die türkis-farbene Isar in ihrem groben Steinbett durch. Man möchte direkt reinspringen!

Irgendwann knickt die Wegführung in einer Links-rechts-Kombi auf den berühmten Toni-Seber-Weg weg. Auch so ein remotes Stück, das hinten raus immer cooler wird und nach dem Tunnel direkt auf der Staumauer vom Sylvenstein-Speicher mündet.
Bam! Hat Jemand behauptet heute sei nix los? Kein Verkehr? Keine Touristen? Vergiss es! Auf einmal scheinen alle da zu sein. Aber okay, es ist auch wirklich ansehnlich hier – bei Ideal-Wetter. Wunderschöner Ausblick auf den großen Speicher und die Berge dahinter! Wir verschnaufen ebenfalls, genießen die Aussicht und werfen ein stärkendes Gel ein.

Ab hier folgt dann erst mal ein langes Stück Bundesstraße entlang dem schönen Walchen-Tal. Der Verkehr hat inzwischen merklich zugenommen (die Kirche in Gaißach muss fertig sein ...). Der Wunsch einem vermeintlich weiterführenden Radweg etwas abseits der Straße zu folgen beschert uns den ersten kleinen Umweg, denn der asphaltierte Radweg geht in Schotter über. Keine gute Idee, wenn man noch ein paar hundert Kilometer vor sich hat. Daher hier ein kleiner Schlenker in der Routenführung ...

Bald schlagen wir am T-Stück zur Achenseestraße auf und biegen nach rechts weg in Richtung Achensee. Kurz darauf folgt der Grenzübergang ins Ösi-Land. Wieder so eine kleine Etappe für den Kopf ...
Anmerkung: Die Alternative Route wäre natürlich bis hier über den Tegernsee zu fahren. Ab hier würden beide Routen dann wieder zusammenlaufen. Das machen wir dann beim nächsten Mal.

Der nächste Abschnitt führt einen zunächst auf Radwegen parallel oder abseits zur Landstraße – lässt sich prima fahren. Im zweiten Abschnitt in Richtung Achenkirch muss man dann auf der Achenseestraße fahren und sich ein wenig mit dem inzwischen deutlich präsenteren Verkehr arrangieren. Ab Achental kann man sich dann wieder etwas auf die Seitenstraßen schlagen und so die letzten Meter nach Achenkirch entspannt absolvieren.

Und dann folgt eine der für mich schönsten Passagen an diesem ersten Radl-Tag: Zunächst mit tollen Aussichten auf die Berge, Ski-Gebiet Christlum, Seekarspitze, Seebergspitze, ... Und nach und nach gesellt sich der Achensee mit seinem unglaublich türkisen Wasser dazu. Dieses Traum-Szenario zieht sich über einige Kilometer und man fährt mit dem Radl wirklich direkt am Seeufer. Okay, touristisch und man ist definitiv nicht alleine, folglich auch nicht sehr schnell. Aber es wäre auch viel zu schade, hier einfach „oben“ auf der Landstraße vorbei zu düsen. Genuss pur – vor allem bei diesem Traumwetter!

Kurz vor Ende des Sees verdödel ich kurz zum zweiten Mal die Navigation heute und wir landen etwas weiter oberhalb des Sees. Ist aber schnell geheilt.
Der Schlenker am Ende des Sees in den Ort hinein ist hingegen bewusst gewählt, denn wir steuern das La Vita è Bella an, um Pasta und Pizza einzuwerfen und somit die Energiespeicher wieder ein wenig nachzufüllen. Es gibt schöner gelegene Locations mit tollem Seeblick. Hier gibt es „nur“ Bergblick in verschiedene Richtungen. Aber hier gibt es relativ zügig gutes, leckeres und ausreichend portioniertes Essen. Das scheinen auch andere Biker-Gruppen realisiert zu haben ... Blick auf den Rofan und einige andere Berge hat man von hier wie gesagt auch!

Jetzt noch etwas die Füße kühlen! Also los, direkt an den See! Bei der Seespitz-Liegewiese kann man sehr schön ins flache Wasser waten und einfach genießen! Türkiser See, Berge, Sonne, blauer Himmel, Füße im Wasser ... Ach ja, und noch ein paar Stunden Radeln vor uns!

Also besser zügig weiter!
In Maurach am Kreisel bunkern wir beim Spar noch schnell etwas Wasser und beobachten einerseits amüsiert das Verkehrschaos am Kreisel mit diversen komplett orientierungslosen Touristen, während unmittelbar dahinter Paraglider auf der Wiese landen, mit dem beeindruckenden Bärenkopf im Hintergrund.

Und schon kommt das nächste Highlight! Es geht die Kasbachstraße richtig steil bergab in schöne geschwungenen Kurven gen Jenbach. Die Chance für höchste Geschwindigkeiten und der ultimative Bremsentest! Aber Achtung man teilt sich die Straße (leider) mit dem Autoverkehr. Offizielle Höchstgeschwindigkeit ist 70 km/h. Naja ...

Viele Wege führen durch Jenbach, wo man nicht wirklich lange sein will. Wir stechen möglichst gerade durch runter zum Inn, um dann ab hier laaange am Fluß entlang zu radeln. Für mich wider Erwarten eher eine der unspannenden Passagen dieser Tour. Der Inn zeigt sich hier nicht sonderlich beeindruckend und auf der anderen Seite des gut fahrbaren Radwegs reiht sich ein Gewerbe neben dem anderen Industriebetrieb. Schön oder romantisch ist anders.
Ab und zu und später zunehmend bekommt man Fernsicht auf die umliegenden Berge. So z.B. bei Schwaz auf die südlichen Berge, und man fängt an zu ahnen, dass man da ja später irgendwie noch mal hoch muss ... Hmmm!
Oder es wandert der Blick in Richtung Norden mit Blick in Richtung Karwendelgebirge. Auch ziemlich spektakulär. Später kommen dann zunehmend frei Felder dazu und sie Szenerie lockert wieder etwas auf. Das gefällt mir deutlich besser.

Ab Hall in Tirol wird es dann langsam ernst. Man wendet sich vom Inn und auch der parallel laufenden Autobahn gen Süden ab und auf einmal kommen wieder Höhenmeter auf den Garmin! Spätestens in „Ampass“ ist klar, der Name ist Programm!!! Schluss mit Lustig!
Ab jetzt klettert es kontinuierlich, mal angenehm moderat mal knackig. Aber es steigt!
Jetzt merkt man, dass man heute doch schon ein paar KM und HM zuvor eingesammelt hat. Es beißt ein wenig, später zunehmend mehr ...!

Aber Petrus sorgt für Motivation und Vortrieb. Schon eine Weile beobachten wir misstrauisch tiefschwarze Wolken aus Richtung Innsbruck, die sich zunehmend zügig in unsere Richtung bewegen. Zwischenzeitlich gesellt sich kräftiges Grummeln dazu. Das war auf meiner Wetter-App so nicht avisiert!!!
Als wir Aldrans passieren ist klar: Das wird richtig eng! Und aus den grauen Wolken ist inzwischen ein schwarzer Vorhang geworden – nord-östlich von uns gießt es in Strömen ... und kommt schnell näher.
Gerade passieren wir die Talstation der Patscherkofel Bahn, als es auf einmal links von uns (wieso denn jetzt da???) blitzt und kurz darauf richtig scheppert. Raus aus dem Sattel und alle Kräfte mobilisiert (also das, was noch so da ist ...). Und irgendwie haben wir Glück. Wir kriegen ein paar Tropfen ab, ist aber nicht kritisch und das miese Wetter läuft knapp hinter uns durch. Im Gegenteil, mit zunehmender Süd-Richtung fahren wir nahezu der Sonne entgegen. Die Wolken reißen schnell wieder auf und geben den Blick auf die tollen Stubaier Berge im Westen frei, inkl. Gletscher. Echt beeindruckend und ein schöner Hingucker während der folgenden Kilometer!

Ab jetzt begleitet uns auch die stete Aussicht auf die Brenner-Autobahn. Nicht dominant, nicht hörbar, nicht störend, aber stets präsent in der Optik.
Ein gutes Stück vor Patsch ist die kontinuierliche Steigung dann auch erst mal raus. Sehr fein! Jetzt surft die sehr ruhige und sehr entspannte Landstraße bei schönsten Panoramen mal rauf und mal runter durch die kleinen Orte und Liegenschaften (Rugschrein, Hennenboden, St. Peter, Niederstraße, Walzn, Innerellbögen, Gedeir, Wiesengrund, ...), wobei es die „raufs“ partiell schon ganz schön in sich haben und man fragt sich irgendwann wie viele davon jetzt eigentlich noch kommen!
So bummelt die Landstraße landschaftlich sehr reizvoll vor sich hin und bringt ein kleines Interwall-Training: Leichtlauf bergab vs. Wiegetritt bergauf (so man das mit der „Arschrakete“ hinten am Sattel einigermaßen bewerkstelligt kriegt). Immer schön abwechselnd.
Kurz hinter Pfons ist für heute Bergab-Endspurt angesagt und so semmeln wir mit High-Speed an der Schloss-Matrei-Trautson-Hängebrücke vorbei, die man sich sicher noch hätte ansehen sollen. Hier also rechtzeitig auf die Bremse gehen, wenn man diese noch überschreiten will.

In Matrei finden wir leicht unser vorab gebuchtes Parkhotel Matrei und kehren ein.
Man ist offenkundig auf Radler eingestellt. Draußen gibt es eine Pumpe und eine kleine Montagestation. Wir dürfen die Rennräder mit auf die Zimmer nehmen und es gibt 10% Discount für Radler. Außerdem ist man wirklich ausgesprochen freundlich. Die Zimmer sind sehr simpel, aber gut in Schuss und sauber.
Wir schleichen noch durch den Ort und organisieren uns ein schönes Eis, das wir in der Sonne am Sill-Bach liegend genießen. Dennoch zieht es uns schon bald zum leckeren und sehr reichlichen Abendessen auf der Hotel-Terrasse.

Wir sind happy und geschafft und resümieren einen in Summe wirklich wunderschönen Radl-Tag, der nicht viel besser hätte laufen können, zumal Stürze und Pannen glücklicher Weise. ausgeblieben sind!

Am Ende absolvieren wir an diesem Tag 167 KM und 1.800 HM.

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Highest point (1,080 m)

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