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Markus T. - Der Waldläufer went for a hike
October 7, 2026 at 07:44
06:42
37.0km
5.5km/h
620m
570m
Eigentlich wollte ich heute auf Gipfeljagd auf der Schwäbischen Alb gehen. Doch mein Spatzl hatte eine fantastische Idee:
„Lauf doch einfach deine nächste Etappe auf dem Jakobsweg!“ Hätte ich geahnt, was für ein Abenteuer daraus werden würde...?!? Wie hätte ich mich entschieden?
Mein Auto stelle ich in Nürtingen ab. An der imposanten St.-Laurentius-Kirche beginnt mein Pilgerweg, der mich vorerst entspannt entlang des glitzernden Neckars nach Neckarhausen führt. Mein ursprünglicher Plan: Immer die Bahnlinie im Auge behalten und spontan da abbrechen, wo meine Beine nicht mehr wollen.
Noch in Neckartalfingen fühle ich mich noch blendend. Also: Einfach weiter geh’n! Über bewaldete Pfade und weite Fluren schraube ich mich langsam, aber stetig nach oben. Phänomenal ist der Blick hinüber zum Albtrauf: Die Burg Neuffen, die mich auf den letzten Touren noch aus der Ferne von vorne begrüßte, wandert langsam an meine Seite – und schrumpft im Laufe des Tages hinter mir gen Horizont.
Bei Kaffee und Nachdenken in Altenriet entscheide ich zur Mittagszeit: Ich laufe weiter! Vor mir liegt der Naturpark Schönbuch. Stille pur. Kein Straßenlärm, keine Flugzeuge – nur der harzige Duft von frisch geschlagenem Holz. Ein Moment zum tiefen Durchatmen.
Als der Nachmittag weicht, stehe ich vor der Wahl: Abbruch Richtung Reutlingen oder durchziehen bis Tübingen? Die Distanz ist fast dieselbe – aber nur bei Option 2 erreiche ich mein Etappenziel! Mein Kopf trifft die Entscheidung: Tübingen, ich komme!
Doch die Natur fordert ihren Tribut. Die Kondition lässt nach, das Wasser wird knapp, zwei unerwartete Aufstiege kosten fast die letzten Körner. Kopf und Muskulatur führen harte Verhandlungen. Zu allem Überfluss verfehle ich im mittlerweile stockdunklen Wald bei Bebenhausen auch noch kurz den Weg. Solche „Fehler“ kosten Extra-Körner, trainieren jedoch die Disziplin.
Dann setzt Regen ein. Völlig durchnässt, im Schein meiner kleinen Brust-LED, laufe ich wie im Tunnel am geografischen Mittelpunkt von Baden-Württemberg vorbei. Der „interessant aussehende, spitz zulaufende Stein“ wird im Vorbeigehen zwar von mir registriert, aber für ein Foto reicht das Licht nicht, die Kraft sowieso nicht mehr – nur der Kopf hat noch überhand und der kennt nur ein einziges Ziel: Die Jakobus Kirche in Tübingen!
Gegen 22:00 Uhr – durchnässt bis auf die Knochen – erreiche ich schließlich Tübingen. Und dann das Wunder: Die Jakobuskirche ist tatsächlich noch geöffnet! In der magischen Stille der schwach ausgeleuchteten Kirche komme ich zu einer besinnlichen Ruhe, hole tief Luft, passe den wohlverdienten Stempel in mein Pilgerbuch ein und wechsle das nasse Shirt.
Über den Bahnhof geht es schließlich zurück zum Auto. Um 00:45 Uhr falle ich erschöpft, aber überglücklich zu Hause ins Bett. Was für ein Tag, was für eine Strecke – ich bin einfach nur stolz, wer hätte das noch vor 6 Monaten gedacht! 🥾🌧️🕯️
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (500 m)
Lowest point (280 m)
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