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Timon
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AlpPacking - Tag 8 (Fahrspaß, Waldbrand & Grillfest)

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AlpPacking - Tag 8 (Fahrspaß, Waldbrand & Grillfest)

went gravel riding

August 19, 2026 at 06:30

AlpPacking - Tag 8 (Fahrspaß, Waldbrand & Grillfest)

06:34

122km

18.6km/h

58.9km/h

1,460m

2,150m

Wahoo ELEMNT ROAM 3

Allright wo soll ich nur anfangen heute? Vielleicht chronologisch. Im Schatten des Monte Olbe ging es los. Zwei Kaffee und 18 Nutella-Cookies gaben mir erstmal richtig Power für die bevorstehende Abfahrt. Vorbei am Lago di Sauris - ebenso mit einem etwa 15m niedrigeren Wasserspiegel als "normal" so wie fast alle Seen die ich gesehen habe - ging es eine Abfahrt runter die einfach hirnrissig war. Schaut euch die Schluchtenbilder an! Irgendwer hat mal entschieden, dass man da irgendwie eine Straße durchballern muss. Das dies gelang ist für mich ein Wunder! Entweder ging es durch Tunnel oder die Straße wurde irgendwie dem Berg an einem Steilhang abgerungen. Blickte man über die Leitplanke ging es stets hunderte Meter steil bergab. Absolut krass. Auch die Tunnel waren nur nackte unförmige Felswand. Überall im Asphalt sah man das Einschlagsmuster von Steinschlägen. Ich hatte nichts dagegen hier schnell durch zu düsen.

Und dann das wovon ich all die Tage geträumt habe: es ging weder steil bergauf, noch steil bergab. Wie eine Rakete ging es auf die annähernd flache FVG6 und dann auf die FVG8 Radautobahn. Herrlich, diese Radwege mit Mittelstreifen laden einfach ein zum Aero-Endurance ballern. Die FVG8 ging über in die CAAR6 (Ciclovia Alpe Adria Radweg) und das war wirklich der Hammer. Dieser Radweg wurde auf der alten Bahntrasse der Pontebbana-Eisenbahn gebaut und nutz noch heute die alten Viadukte und Tunnel dieser Bahn, welche - haltet euch fest - 1873 angefangen wurden zu bauen. Das heißt, ich bin über Viadukte und durch Tunnel gefahren die rund 150 Jahre alt sind! Zieht euch die Bilder rein! Einfach geil.

Durch die moderate kaum merkbare Steigung, sah ich auch jede Menge anderer Bikepacker. Oh man, interessant zu sehen wie andere "Packen". Manche sahen aus als würden sie aus ihren riesigen Taschen eine ganze Wagenburg aufbauen können - man sah kaum noch das Fahrrad. Andere hatten ein Cockpit wie im Flugzeug wo nur noch eine Tablethalterung gefehlt hat neben dem Handy, GoPro und Insta360 Stab. Sah aus wie bei Raumschiff Enterprise. Das Schönste waren aber die alten süßen Bahnhöfe, von denen manche liebevoll restauriert und in Cafes umgewandelt und extremst gut besucht waren. Was würde ich dafür geben einmal mit der ursprünglichen Bahn zu fahren, denn die Strecke war außergewöhnlich schön. Zusammen mit den Tunneln bei der Abfahrt bin ich sicherlich mehr als 20km durch Tunnel gefahren heute, eine sehr willkommene Abkühlung bei wiedermal sehr geilem Wetter.

Dann kam aber ein Zaun! Bum, Radweg gesperrt. Mhh.. wieso? Erdrutsch? Bauarbeiten? Ich wich auf die noch freie Straße nebendran aus und fuhr erstmal weiter. Mhh auch diese soll in 1,5 km gesperrt sein. Nun kann man sich ja häufig mit dem Rad an Sachen vorbeischlängeln anstatt einen riesigen ungewissen Umweg zu nehmen.. also wollte ich es mir erstmal anschauen. Je weiter ich kam, um so mehr roch ich Rauch in der Luft. Ich hörte Helikopter irgendwo in der Nähe und als aller letztes Zeichen ploppte eine Warnmeldung von Google auf, gerade als ich den Berghang hochschaute dessen Boden mit Asche bedeckt war. Ohh fuck, Waldbrand. Der gesamte Monte Amariana brannte. Damit ist nun wirklich nicht zu spaßen, weder wollte ich in einem Flammeninferno gefangen werden, den Löscharbeiten im Weg stehen, noch wollte ich eine überdimensionierte Wasserbombe vom Heli auf den Kopf bekommen. Ich drehte um und suchte mir erfolgreich einen anderen Weg in angemessener Entfernung. Zum Glück ging das hier, der Großteil meiner Wege sind alternativlos.

Nach ca. 80 km hatte ich kaum an den heute anstehenden Höhenmetern gekratzt, irgendwas um die 1200 waren noch zu klettern. An einem Stück! Der Nassfeldpass. Ich erinnerte mich wie mich in Schottland die Musik bei einer bitteren Etappe geholfen hat und so schmiss ich Fred again an der mich rythmisch den Anstieg bis nach oben peitschte. Dennoch zog er sich richtig lang mit vielen steilen Abschnitten. Falls ihr mal so viele Höhenmeter macht, schaut euch immer mal wieder um. Es ist einfach unglaublich. Erst schaut man hoch hinaus auf Bergformationen die unerreichbar scheinen, nur um eine Stunde später auf genau diese unfassbar weit hinabzublicken. Dass man mit einem Rad so etwas machen kann ist einfach absurd. Vor allem weil man weder von unten noch (meistens) von oben irgendeine Idee hätte wo da ein Weg langführen soll. Erneut, ich frage mich wirklich - und ich werde es recherchieren - wie und warum diese Wege erschlossen wurden mit so einem gigantischen Aufwand.

Der Tag endete perfekt, weil der Campingplatz einfach perfekt ist. Sobald ich ankam fühlte ich mich wohl. Das ist ein Campingplatz der sehr nah an meine Ideale herangereicht. Der Wart war locker, entspannt - kam rüber vom Bierchen trinken mit Gästen - fragte mich erstmal nach meiner Route, beachtete ungefragt meine Bedürfnisse als Bikepacker, gab mir genau die Tipps die ich brauchte, gab mir freie Platzwahl auf einem wunderschönen Platz (mit Pool)! Und lud mich zum abendlichen Grillfest ein. Ich fand Sonne zum Trocknen meiner Sachen, Schatten zum chillen, einen Ort für meine Wäscheleine, eine Steckdose direkt neben mir, und gönnte mir eine riesige Portion vom Grill. Entweder der Campingplatz ist der geselligste überhaupt oder das ganze kleine Dorf kam vorbei und man kannte sich einfach. Die Dorfjungs löteten sich ein Bier nach dem anderen rein, der Grillmeister sah aus als wäre er nur dafür geboren und alle saßen zusammen (natürlich inklusive des sehr gefragten Warts) und unterhielten sich feuchtfröhlich. Es gibt noch zig mehr Details aber ernsthaft das muss in einer wissenschaftlichen Arbeit verarbeitet werden 😅

Aber den schönsten Abschluss bereitete mir die ältere Dame die fest davon überzeugt war ihr WLAN Signal werde stärker je lauter sie redet 😅

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