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Vom Motorrad direkt aufs Rennrad – 25 Kilometer mit ordentlich Höhenmetern 🤪
Vom Motorrad direkt aufs Rennrad – 25 Kilometer mit ordentlich Höhenmetern 🤪
Davide Torregrossa 🇮🇹🇨🇭 went cycling
August 16, 2026 at 08:51
01:15
25.3km
20.2km/h
59.6km/h
320m
320m
Garmin Edge 850
Nach dem gestrigen Motorradausflug dachte ich mir heute Morgen: Heute ist das Rennrad dran! 😄
Das Isogetränk war vorbereitet, die Rennradklamotten angezogen, Garmin auf die Halterung montiert – und schon konnte es losgehen.
Heute allerdings ohne grosse Anlaufphase. Direkt von zu Hause durch die Neugasse Richtung Büriswilen.
Schon auf den ersten Kilometern wurde klar: Das wird heute keine gemütliche Sonntagmorgenrunde zum Beine ausschütteln. Die Strecke Richtung Büriswilen geht ordentlich auf und ab und bietet genau diese typische Landschaft des Appenzeller Vorderlands: sanfte Hügel, grüne Wiesen, verstreute Bauernhöfe und immer wieder fantastische Ausblicke über das Rheintal bis hinüber zum Bodensee und ins Vorarlbergische.
Büriswilen liegt wunderschön auf einer Geländeterrasse über dem Rheintal. Fürs Auge ist die Gegend ein Genuss – für die Beine allerdings bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. 😅
Weiter nach Walzenhausen
Von Büriswilen ging es weiter Richtung Walzenhausen.
Die Strecke wurde nicht unbedingt flacher – eher im Gegenteil. 😂 Dafür entschädigte die Landschaft. Das Appenzeller Vorderland ist für mich sowieso eine dieser Gegenden, bei denen man ständig zwischen „Wow, ist das schön!“ und „Warum geht es hier schon wieder bergauf?“ wechselt.
Walzenhausen selbst liegt auf rund 673 Metern über Meer, hoch über dem Rheintal und mit einem herrlichen Blick Richtung Bodensee.
Und der Ort hat durchaus Geschichte.
Walzenhausen wurde erstmals 1320 urkundlich erwähnt. Nach den Appenzellerkriegen schloss sich die Gegend den Appenzellern an. Später entwickelte sich Walzenhausen im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Kurort. Um 1870 entstand das Kurhaus, 1878 folgte das Grandhotel Rheinburg. Die Lage hoch über dem Rheintal und mit Blick auf den Bodensee machte den Ort damals zu einem beliebten Ziel für Erholungssuchende.
Besonders spannend ist auch die Geschichte der Verbindung nach Rheineck. 1896 wurde die Bergbahn Rheineck–Walzenhausen eröffnet. Ursprünglich funktionierte sie sogar mit Wassergewicht. Das Prinzip war ziemlich genial: Der talwärts fahrende Wagen wurde mit Wasser beschwert und zog dadurch den Wagen auf der anderen Seite nach oben. Die Bahn überwindet auf ihrer nur 1,964 Kilometer langen Strecke immerhin 272 Höhenmeter.
Und genau diese Verbindung zeigt, wie wichtig Walzenhausen einst als Kur- und Wirtschaftsstandort war.
Ich hatte allerdings keine Bergbahn.
Ich hatte mein Rennrad.
Und damit musste ich die Höhenmeter selber bezahlen. 😂
Mültobel und die Abfahrt nach Rheineck
Von Walzenhausen ging es weiter Richtung Mültobel und dann endlich bergab Richtung Rheineck.
Nach all dem Hoch und Runter kam jetzt der Teil, auf den man beim Rennradfahren natürlich besonders gerne wartet:
Abfahrt!
Kurve für Kurve ging es hinunter Richtung Rheintal. Der Fahrtwind wurde stärker, das Grinsen breiter und die Beine durften sich für einmal etwas zurücklehnen.
Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ungefähr 60 km/h.
Für ein Rennrad reicht das durchaus, um festzustellen, dass ein bisschen Konzentration plötzlich wieder ganz hilfreich ist. 😄
Und während man hinunterfährt, verändert sich die Landschaft fast im Zeitraffer: Oben noch die typische hügelige Appenzeller Landschaft, dann wird das Tal immer breiter und schliesslich liegt Rheineck vor einem.
Übrigens hat auch diese Verbindung eine interessante Verkehrsgeschichte. Die Strasse von Walzenhausen nach Rheineck wurde bereits 1860 fertiggestellt und löste die alten, schmalen Saum- und Karrenwege ab.
Heute also eine schöne Rennradstrecke.
Damals eine ziemlich wichtige Errungenschaft.
Und ich musste nicht einmal einen Karren ziehen. 😉
Durchs Rheintal zurück
In Rheineck angekommen, war der grösste Teil der Höhenmeter geschafft. Von dort führte die Strecke weiter über St. Margrethen, Au und Heerbrugg.
Jetzt wurde es deutlich flacher.
Nach den ganzen Steigungen vorher fühlte sich die Strecke plötzlich fast wie eine Erholungstour an. Die Beine konnten wieder etwas lockerer treten, der Puls kam langsam runter – zumindest solange ich nicht wieder auf die Idee kam, das Tempo zu erhöhen. 😜
Über die Berneckerstrasse ging es schliesslich wieder Richtung Heimat.
Und irgendwann war die kleine Runde auch schon vorbei.
Nur 25 Kilometer – aber die hatten es in sich!
Wenn man am Ende auf die nackten Zahlen schaut, könnte man fast ein bisschen enttäuscht sein:
25 Kilometer.
Das klingt jetzt nicht gerade nach einer epischen Tagestour.
Aber dann schaut man auf die anderen Zahlen:
320 Höhenmeter.
Und plötzlich sieht die Sache schon ganz anders aus. 😅
Dazu wurde der Puls auch noch schön nach oben gejagt. Das Rennrad hatte also definitiv seinen Zweck erfüllt.
Nach dem gestrigen Motorradausflug mit Pässen, Kurven und 27 Grad war heute also die andere Maschine an der Reihe.
Und während gestern das Motorrad die Berge hinaufgetragen hat, musste ich heute selber dafür sorgen, dass ich oben ankomme. 😂
Aber genau das macht solche kleinen Runden so schön.
Man muss nicht immer 100 oder 200 Kilometer fahren. Manchmal reichen 25 Kilometer, 320 Höhenmeter und ein ordentlich hochgejagter Puls, um am Ende zufrieden wieder vor der Haustür zu stehen.
Gestern Motorrad.
Heute Rennrad.
Morgen?
Vielleicht lieber einen Ruhetag.
Obwohl … wenn ich das Motorrad so anschaue, könnte es ja schon wieder Standschäden bekommen. 🤣🏍️
Und das können wir natürlich nicht riskieren.
Also: Helm auf, Motor an – oder eben Rennradschuhe an und los. Hauptsache, die Garage wird nicht zu ruhig! 😎🚴♂️🏍️
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (690 m)
Lowest point (400 m)
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