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HÖHEN UND TIEFEN - Tag 3 - TCRNo12

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HÖHEN UND TIEFEN - Tag 3 - TCRNo12

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July 22, 2026 at 06:33

HÖHEN UND TIEFEN - Tag 3 - TCRNo12

10:43

227km

21.1km/h

78.5km/h

2,370m

2,960m

Wahoo ELEMNT ROAM 3

Gegen 6:30 Uhr hatte ich mir den Wecker gestellt, habe mich gerichtet. Ab 7 Uhr gab es Frühstück, dass ich noch mitgenommen habe, dass es zunächst keine Verpflichtungsmöglichkeit auf der Strecke gab. Gegen 7:30 uhr bin ich gestartet. Eigentlich zu spät, aber bedingt durch die Streckenvorgaben, ging es nicht anders. Das sollte sich auf den nächsten Tag ändern, da nun ein langer, selbstgeplanter Abschnitt begann.
Zunächst ging es auf dem Rallarvegen weiter. Das erste Stück mit den vielen Höhenmeter hatte ich ja schon in der Nacht zuvor absolviert. Zumindest ging es erstaunlich flott und einfach über die Gravelpassagen, die zwischen leichten und mittelschweren und Gravel abwechselten. Immer wieder gab es auch kleinere Anstiege, aber so ganz giftige Anstiege waren höchst selten. Es waren noch einige TCLer unterwegs, aber natürlich auch sehr viele Radtouristen, die zum Teil auch wussten, wer wir sind und was wir machen. Landschaftlich ist das natürlich einer der Top-Abschnitte und da das Wetter mit strahlenblauem Himmel seinen Beitrag leistete, konnte ich auch hier einiges genießen. An der Bahnstation in Finse endete der offizielle Parcours, allerdings nicht die Gravelpassage, die ging noch weitere 20, 30 km weiter. Wobei hier hauptsächlich Downhill angesagt war und der Gravel teilweise sehr fein war und ich somit teilweise hohe Geschwindigkeiten gefahrlos fahren konnte. Nichtsdestotrotz war ich froh, irgendwann wieder auf einer asphaltierten Straße zu sein. Vom Streckenprofil her standen jetzt noch drei kleine Zacken an, bevor es dann in einer langen Abfahrt zum Oslofjord hinging. Das sagte zumindestens das Höhenprofil. Nach einem leichten Anstieg kam die erste längere Abfahrt und meine Laune hob sich, da ich gegen 14 Uhr erst 100 km, aber allerdings schon 2000 m auf dem Tacho hatte. Somit war es erst mal Kilometer sammeln angesagt und natürlich waren das zunächst mal leichte Kilometer. Ich war dann allerdings relativ schnell an einem der ersten Zacken, die im Streckenprofil angezeigt wurden.

Diese forderten meine ganze mentale Kraft, die schon durch den Rallarvegen sehr gelitten hatte. Den ersten längsten Anstieg plante ich durch ein Wohngebiet und landete hier sofort wieder auf einer kurzen Gravelabschnitt. Dieser Anstieg ging noch ganz gut. Beim zweiten Anstieg wurde es schon härter und es fiel mir jetzt schwer, mich auf das Wesentliche beim Fahren zu konzentrieren. Beispielsweise hatte ich eine Wasserquelle in meinem Track eingezeichnet und obwohl ich noch genügend Wasser hatte, fuhr ich dorthin, um mir diese anzuschauen und stellte fest, dass es eine ganz normale Toilette war, wo ich unter keinen Umständen Wasser mitgenommen hätte. Für mich war es sehr schwierig, mich auf das Fahren zu fokussieren und die Ablenkungen zu ignorieren. Später, beim letzten Anstieg, war ich sehr erschöpft und musste ein Power-Nap einlegen. Als ich weiterfuhr, war ich niedergeschlagen und das erste Mal kamen die Teufelchen-Stimmen auf, die alles in Frage stellten, Stimmen, die ich kenne und die man am besten ignorieren sollte. Leichter gesagt als getan. Als ich dann schlussendlich die letzte Passhöhe erreicht hatte und wirklich in eine sehr lange Abfahrt einbog, kamen wieder hilfreiche und rationale Gedanken auf und ich erinnerte mich, dass das Mentale auch sehr stark mit der Versorgung mit Nährstoffen zu tun hat. Ich begann mal nachzuvollziehen, was ich die letzten beiden Tage eigentlich gegessen hatte und stellte fest, dass die Abwechslung zwar durchaus gegeben war, aber in der Menge es bestimmt viel zu wenig war. Also entschloss ich mich nach 2 Tagen das erste Mal anzuhalten und mir ordentlich warmes Essen zu nehmen. Das war in Form eines Hamburgers und Pommes. Ernährungstechnisch vielleicht keine gute Sportlernahrung, aber für den Kopf war das extrem gut und wichtig. Dann ging es auch schon etwas besser, aber es war zwischendurch auch schon früher Abend geworden. Da ich schon sehr mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte und auch hier immer wieder Pausen machen musste, beschloss ich, bis 22 Uhr zu fahren, damit ich noch vor Einbruch der Dunkelheit ein Nachtlager finden und mich einrichten kann. Ich erreichte ich nun einen Streckenabschnitt, wo ich durch ein größeres Waldgebiet fuhr, in dem es kaum Häuser oder Siedlungen gab und somit fand ich an einem Grillplatz einen guten Ort für ein Nachtlager.

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