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Ralph Wetzel went for a bike ride
July 8, 2026 at 11:18
02:14
26.2km
11.7km/h
41.1km/h
230m
220m
In Moulins steige ich aus, es ist Mittagszeit. Wieder einmal rolle ich über einen Marktplatz, links und rechts Einladungen zum Verweilen. Diese ablehnend suche ich ein Restaurant auf dem Track aus Moulins heraus. Ich finde eine tolle Location & wieder bestes Essen … in dieser Hinsicht lohnt sich mein Abenteuer!
Danach geht es auf das kleine Teilstück Richtung Tagesziel. 55km - sollte machbar sein.
Innerhalb weniger Minuten brennt mir wieder die Sonne auf den Rücken. Die Strasse ist nicht schön, aber fahrbar. Im Wald ist es ok, auf freiem Feld unerträglich, die sanften Anstiege eine Qual. Zunehmend knistert es unter meinen Reifen. Der Bitumen kocht, und bildet Blasen, die beim Überfahren mit einem leichten Knistern platzen. An einigen Stellen kann ich spüren, wie meine Reifen im Bitumen einsinken. La Chaleur in voller Pracht. Die platzenden Bubbles haben noch einen Nebeneffekt: Das Bitumen klebt sich auf meine Reifen, und diese sammeln mächtig Rollsplit ein.
Ich überwinde den ersten „Berg“ (Hügelchen wäre die passendere Bezeichnung) und lasse mich ins Tal hinab treiben. Der Rollwiderstand könnte kaum extremer sein; dennoch - Fahrtwind kühlt!
In Souvigny plündere ich den Kühlschrank der örtlichen Bar-Tabac in dem Ansinnen, mich mit kalten Getränken auszustatten. Dann steige ich in den zweiten Anstieg ein. Es ist - nicht überraschend - immer noch extrem heiß. Fahren geht nicht, wieder schiebe ich mich den Berg hinauf. Kurve um Kurve geht es bergan. Mit dem Wasser aus meinen Trinkflaschen versuche ich, Kopf & Körper abzukühlen; gelingt nur bedingt: Das Wasser ist inzwischen auch heiß.
Einen Moment der Freude schenkt mir die Strecke dennoch: An einer Kreuzung ein Schild - nach rechts wird es wärmer: „Le Névada“.
Kurz darauf lädt mich der lichte Schatten einer der wenigen Bäume zum Zusammenfassen ein: Es ist brüllend heiß. An meinen Reifen klebt Bitumen und daran eine ordentliche Menge Rollsplitt. Bergab & gerade aus bremst das Setup, bergan geht es nur schiebend - egal wie gering die Steigung. 22km, drei Stunden - der Schnitt sagt alles. Bis hierher war es eine einzige Strapaze. Was mich mehr beunruhigt: Die weitere Route ist so abgelegen, dass es faktisch keine Exit-Option (à la Bahnfahrt) mehr gibt. Vor mir liegen noch einmal 37 km bis zum Tagesziel … und eineinhalb ordentliche Hügel. Realistisch ist es vollkommen unrealistisch, dass diese Strecke heute für mich umsetzbar ist.
Somit treffe ich die (im Nachhinein betrachtet) beste Entscheidung meiner Tour. Ich breche diesen Tag ab & lasse mich nach Souvigny zurückrollen. Wieder zurück in der Bar-Tabac, frage ich den Chef des Hauses, ob es hier ein Taxi gäbe - ausreichend groß, mein Vélo & mich zu meinem Tagesziel zu bringen. Ich hatte mit allem gerechnet, nicht aber mit einem einfachen „Bien sûr…“. Zwei Anrufe später ist das Taxi beauftragt & wir plaudern. „Aus Augsburg“, antworte ich auf die Frage, wo ich herkomme. „Ah oui! Augsburg! Bundesliga!“ Die Welt ist ein Dorf…
Das Taxi kommt. Gemeinsam schaffen wir es, mein Bike zu verladen. Der Kofferraumdeckel bleibt offen, stört nicht.
In Cosne-d‘Allier wartet ein Zimmer in einem restaurierten Schloss auf mich. Klingt besser als es ist - aber es ist ok. Eingecheckt, Abendessen, Planung für den nächsten Tag. Ich freue mich, dass dieser Tag ein glückliches, wenn auch vorzeitiges, Ende genommen hat.
Draußen ist es bis spät in den Abend hinein weiterhin unerträglich heiß…
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (320 m)
Lowest point (210 m)
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