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kalleking went for a hike
May 10, 2026
03:45
17.4km
4.6km/h
110m
190m
Gestern Abend: ich suche noch nach etwas zum Essen und kucke in jede Bar, die geöffnet hat. Dabei treffe ich das niederländische Pärchen, die mit einem jungen Briten an einem Tisch sitzen. Wir essen gemeinsam.
Wegen des Regens starte ich heute etwas später aus der Herberge. Mein erstes Ziel ist der kleine Supermarkt. Der Herbergs Betreiber hat dem niederländischen Pärchen gestern Abend noch erzählt, dass dieser am Sonntag ab 8 Uhr geöffnet ist. Das stimmt aber offensichtlich nicht. Um 8:15 Uhr stehe ich dort, aber der Laden ist eigentlich zu. Nur weil der Bäcker gerade liefert, ist die Tür offen. Die Besitzerin lässt mich netterweise noch schnell zwei Dosen Cola und eine Flasche Wasser kaufen, bevor sie den Rollladen direkt hinter mir wieder herunterknallen lässt. Mein Fazit: Spanier reden ständig, aber sagen nicht wirklich was 🙄.
Kaum bin ich aus der Ortschaft raus, geht es über einen nicht geschotterten Weg. Der lehmige Untergrund bildet sofort eine fette „Schlammrwurst“ um die Räder meiner Karre und dicke Klumpen unter meinen Füßen. Ich biege direkt auf die befestigte Landstraße ab, da der Camino ein paar Kilometer später ohnehin auf diese Straße führt. Und sie hat einen befestigten Seitenstreifen 😀. Bei einer Pause an der Einfahrt eines leeren Gewerbeparks gehen andere Wanderer an mir vorbei, bemerken mich aber nicht. Auch ein Typ, den ich für etwas komisch halte. Den habe ich die letzten Tage immer wieder mal getroffen. Später wechselt der Weg wieder von der Straße auf einen Feldweg. Ich drehe aber nach 570 Metern völlig genervt um, weil sich wieder diese riesigen Schlammklumpen an den Füßen und Rädern bilden. Auch ein anderes Pärchen hat keine Lust auf diesen Matschweg und weicht aus. Am Ende zähle ich insgesamt acht Wanderer, die sich für die Straße entschieden haben.
Als ich wieder eine Pause im Windschutz eines Müllcontainers mache, holt mich der “komische” Typ, den ich recht zügig überholt hatte, wieder ein. Es fängt wieder an zu regnen. Ich helfe ihm kurz, seinen Poncho über den Rucksack zu ziehen, und wir unterhalten uns. Dabei merke ich: Der Typ ist gar nicht komisch, mein erster Eindruck war einfach falsch.
Was mich heute wirklich auf die Palme bringt, ist mein Audiorekorder auf dem Handy. Ich benutze den für das Tagebuch. Aber durch den Wind ist die Qualität der Transkription echter Müll 😩.
Gegen Mittag ruft dann mein „Hostal Senera“ an, da die Rezeption am Sonntag nur bis 13 Uhr besetzt ist. Ich brauche aber noch etwa eineinhalb Stunden. Der Typ schickt mir per WhatsApp den Code für den Schlüsseltresor, die Zimmernummer, sagt mir, wo ich den Stempel für den Wanderpass finde und einen Link um die Anmeldung digital zu machen. Da ich zwei Nächte bleibe, sehen wir uns sowieso morgen.
Kurz vor dem Ziel sehe ich plötzlich ein McDonald's-Schild, biege direkt ab und esse erst einmal etwas. Dabei „cheate“ ich ein bisschen und benutze meine eigene Heinz Sweet Chili Sauce 🤤. Die ist jetzt allerdings leer, gut das ein Carrefour in der Nähe ist, um Nachschub zu holen. Morgen …
Bevor ich ankomme, spüle ich an einer Pfütze noch die dreckigen Räder meiner Karre ab, um das Hotel nicht völlig zu verdrecken.
Das letzte Stück zum Hotel führt über eine schön hergerichtete alte Brücke, auf der es prompt wieder anfängt zu regnen. Der krönende Abschluss des Tages: zum allerersten Mal, seit ich diese Karre habe, passt sie nicht durch die Zimmertür. Ich muss sie quer eindrehen, um überhaupt hineinzukommen.
p.s.: die Beiden Rucksäcke auf dem Bild gehen den Matschweg
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (360 m)
Lowest point (260 m)
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