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Mammutmarsch Nürnberg 2026 – 55 Kilometer später und immer noch nicht ganz zurechnungsfähig

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Mammutmarsch Nürnberg 2026 – 55 Kilometer später und immer noch nicht ganz zurechnungsfähig

and went for a hike

May 9, 2026

Mammutmarsch Nürnberg 2026 – 55 Kilometer später und immer noch nicht ganz zurechnungsfähig

10:24

58.4km

5.6km/h

310m

310m

Es gibt Menschen, die verbringen ihren Samstag entspannt auf dem Sofa und dann gibt es uns 🥾.

Denn gestern war es wieder soweit: Der Mammutmarsch Nürnberg 2026 stand an.
55 Kilometer Wandern.
Fünfundfünfzig.
Eine Zahl, die morgens am Start noch motivierend klingt und spätestens nach Kilometer 37 einfach nur wie ein persönlicher Angriff wirkt.

Los ging es am Dutzendteich. Die Stimmung? Euphorisch. Die Beine? Frisch. Die Selbsteinschätzung? Völlig realitätsfern.

Durch Langwasser liefen wir noch geschniegelt wie eine Hochleistungs-Wandertruppe aus einem Outdoor-Katalog. Über das Moorenbrunner Feld ging es weiter Richtung Fischbach, wo langsam die ersten stillen Zweifel aufkamen:
„Sind 55 Kilometer eigentlich wirklich nötig?“
Die Antwort kam prompt vom Streckenplan:
„Ja.“

Dann wartete der Anstieg nach Brunn. Dort angekommen, verwandelte sich unsere Wandergruppe schlagartig in eine Mischung aus Feldlazarett und Survival-Camp. Die ersten Blessuren an den Füßen wurden behandelt, Blasenpflaster verteilt wie Wahlkampf-Flyer und plötzlich hatte jeder medizinisches Fachwissen:
„Das musst du tapen.“
„Nein, doppelte Socken!“
„Hat jemand Hirschtalg?“
Irgendwo zwischen Pflasterrolle Nummer drei und hektischem Schuh-Ausziehen wurde klar:

Jetzt beginnt der eigentliche Mammutmarsch.

Wieder im Wald unterwegs Richtung Wiesengrund setzte langsam dieser spezielle Wanderzustand ein, in dem man sich über völlig absurde Dinge freut:

* Schatten.
* Sitzgelegenheiten.
* Salzstangen.
* Menschen, die „Nur noch 20 Kilometer!“ sagen, als wäre das beruhigend.

Vorbei am Wöhrder See wartete dann die Königsetappe: einmal um die Nürnberger Altstadt. Und Nürnberg dachte sich offenbar:
„Wie können wir das Ganze noch schwieriger machen?“

Ganz einfach: Trempelmarkt UND Fußballspiel.

Der 1. FC Nürnberg spielte gegen Schalke 04 und plötzlich befanden wir uns mitten in einem Meer aus blau-weißen Fans, Wanderern und Flohmarktbesuchern. Die Altstadt war komplett überfüllt. Teilweise wussten wir selbst nicht mehr:
Laufen wir noch den Mammutmarsch oder sind wir schon Teil eines Fanmarschs Richtung Stadion?

Zwischen Bratwurstduft, Fangesängen und Menschenmassen kämpften wir uns weiter durch die Straßen. Manche entwickelten beeindruckende Taktiken:

* im Windschatten von Schalke-Fans laufen,
* mit stoischer Ruhe durch Menschenmengen gleiten,
* oder einfach geistig abschalten und hoffen, dass die Füße den Rest automatisch erledigen.

Die letzte Verpflegungsstation an der Wöhrder Wiese fühlte sich schließlich an wie ein Wellnessurlaub. Noch einmal essen, trinken, motiviert nicken und so tun, als wären die letzten acht Kilometer „jetzt auch egal“.

Und tatsächlich: Diese letzten Kilometer liefen erstaunlich leicht. Vielleicht hatte der Körper inzwischen jede Form von Schmerzmeldung eingestellt. Vielleicht trug uns pure Ziel-Euphorie. Vielleicht wollten wir einfach nur endlich sitzen.

Am Ende erreichten wir glücklich das Ziel – gemeinsam mit tausenden Schalke- und Clubfans, die Richtung Stadion strömten. Das Stadion lag nur einen Steinwurf von der Ziellinie entfernt. Passender hätte dieser Tag kaum enden können: erschöpft, leicht zerstört, aber mit einem fetten Grinsen im Gesicht.

Und natürlich fiel im Ziel wieder dieser eine Satz, den beim Mammutmarsch wirklich jeder sagt:

„Nächstes Jahr machen wir aber was Entspannteres.“

Bis die Anmeldung für 2027 öffnet.

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