
Have your own adventure with the #1 outdoor app today.
mypelz went gravel riding
April 11, 2026
04:47
105km
21.8km/h
45.8km/h
730m
790m
Garmin Edge 1040
Heute ist Etappe 13 – und draußen sieht’s auch ein bisschen danach aus. Dunkle Wolken hängen tief, irgendwo im Hintergrund grummelt Donner. Nur leichter Regen, aber das reicht schon, um die Stimmung etwas einzutrüben. Was mit der Unterkunft gestern Abend alles schiefgelaufen ist, könnt ihr im Bericht zur Etappe 12 nachlesen – auf jeden Fall stehe ich heute Morgen ausgeschlafen auf und Odile und Marc haben schon ein leckeres Frühstück für mich bereitgestellt. Trotzdem bin ich nervös, denn das Wetterradar zeigt ein furchterregendes Regenband, das die Region um Bordeaux gegen 15 Uhr treffen wird. Mein Plan: irgendwie vorher ankommen.
Odile und Marc verabschieden mich herzlich mit einem Satz, der mich dann doch berührt: „Vous êtes le premier Allemand et le premier cyclotouriste à séjourner dans notre gîte.” Mit diesem schönen Gedanken im Rücken geht es los – im Nieselregen.
Ihr glaubt gar nicht, was für eine großartige Erfindung wasserdichte Socken sind. Von unten wird nämlich alles blitzschnell klitschnass, und Überschuhe habe ich keine dabei. Wie nach einer Cyclocross-Runde. Die ersten 20 km fahre ich auf der Voie Verte, einer alten Eisenbahntrasse – trotz des Regens wunderschön ruhig und grün. Mehrfach springen Rehe über meinen Weg. Einmal erschreckt mich ein Fasan aus dem Straßengraben so brutal, dass ich fast vom Rad falle – er startet 1 Meter neben mir mit vollem Alarm-Lärm durch, so nah, ich hätte ihn fast greifen können 😄
Ich bin hektisch und gebe Gas. Nach gut zwei Stunden habe ich fast die halbe Strecke hinter mir – Zeit für eine kurze Pause. Ein Pain aux Raisins beim Dorfbäcker, Preis: 1 Euro. Unglaublich. Dann weiter bis Libourne, wo ich auf einem wirklich malerischen Marktplatz zu Mittag esse – aber weniger lange als sonst. Das Wetterradar lässt keine Gemütlichkeit zu.
Und dann passiert mir etwas Merkwürdiges: Ich fahre seit Stunden wie in einem Tunnel, ganz auf den Regen und die Zeit fixiert – bis ich plötzlich hochschaue und begreife, wo ich bin. Hey, ich fahre durch das Bordeaux. Das berühmteste Weinbaugebiet der Welt. Und nicht nur das: Ich rolle mittendurch die Appellation Pomerol – eine Lage, aus der vielleicht die berühmtesten Weine der Welt kommen. Ich komme selbst aus einer Weingegend, dem Mittelrheintal – weiß also ein kleines bisschen, wovon ich rede. Und selten habe ich so liebevoll gepflegte Weinberge gesehen wie hier. Eigentlich wäre ich auch an Saint-Émilion vorbeigefahren, aber wegen der Wettersituation habe ich diesen Schlenker gestrichen. Nächstes Mal.
Mein Fahrrad sieht aus wie nach einem Cyclocross-Rennen. Als ich an einer Autowaschanlage vorbeikomme, werfe ich kurzerhand 2 € ein und gehe mit dem Dampfstrahl durch – ich hatte ehrlich gesagt Bedenken, ob sie mich in diesem Zustand überhaupt im Hotel einlassen würden 😄
Um 14 Uhr zeigt das Wetter-Radar: Jetzt Endspurt nach Bordeaux. Noch liegen ein paar böse Rampen vor mir, die Beine sind schwer von vor zwei Tagen – aber es geht. Etwa 10 km vor dem Ziel setzt der Regen ein, richtig diesmal. Doch es ist deutlich milder hier unten als damals beim Start in Deutschland, und irgendwie ist es weniger schlimm als befürchtet.
Und dann rolle ich doch noch ganz glücklich in Bordeaux ein 🤩 Die Radinfrastruktur hier ist exzellent – breite, gut markierte Wege, man findet sich sofort zurecht. Schnell erreiche ich das Hotel Jost am Bahnhof Gare Saint-Jean, ein wirklich nettes Haus. Morgen ist Ruhetag – und heute Abend steht fest: Es gibt eine richtig gute Flasche Bordeaux. Die habe ich mir verdient. 🍷
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (100 m)
Lowest point (0 m)
Sign up to see more specific route details
Sign up for free
Comments
Want to know more?
Sign up for a free komoot account to join the conversation.
Sign up for free