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Simonpåtur | Simon Michalowicz went gravel riding
July 9, 2025
09:26
163km
17.3km/h
66.7km/h
2,330m
2,100m
Garmin Edge 840
Das Aufwachen fühlt sich heute an wie nach einem Autounfall. Wir sind total groggy, der gestrige Tag hat nicht nur körperliche Spuren hinterlassen. Wir entscheiden uns heute für das Frühstücksbuffet auch wenn wir dadurch erst später loskommen – es ist im Hotelpreis inklusive und nach allem, was gestern war, sind wir immer noch ziemlich durch und brauchen etwas Motivation in Form von Essen und Kaffee.
Der einzige positive Aspekt des gestrigen Wahninns am Abend: Den großen Anstieg hinauf zum Strynsfjellvegen haben wir gestern schon zur Hälfte erledigt. Trotzdem sind es heute Morgen wieder nur Autopilot und ein starker Wille, die uns zurück auf die Bikes bringen. So früh am Morgen sind kaum Autos auf der schmalen Straße den Berg hinauf unterwegs und ja, die „typische“ norwegische Landschaft liefert mal wieder komplett ab. Man gewöhnt sich einfach nie daran. Nie!
Oben auf der Passstraße angelangt sind wir wieder zurück im Gravel-Game – zurück auf feinsten Schotter, aber die Temperaturen hier sind schon recht frisch. Wir haben uns mittlerweile schon fast daran gewöhnt zu leiden, uns durchzubeißen und immer weiterzufahren. Und man kann es nicht oft genug sagen, die dramatische Umgebung der Berge ist immer eine Belohnung für all die Mühe und die Überwindungen, immer weiter zu machen. Ein Pitstop für eine ordentliche norwegische Kaffee-Infusion in Grotli wärmt uns auf und bringt Leben zurück in unsere geschundenen Körper.
Der nächste Abschnitt wäre bei der Tour de France wohl eine Überführungsetappe: welliges Terrain, viele kleine Anstiege, aber noch mehr schnelle Abfahrten und wieder strahlender Sonnenschein. So rollen wir das Tal hinab nach Lom, dem im Sommer pulsierenden Dorf voller Touristen. Und ja – es ist wirklich ein kleiner schöner Ort am Fuße der hohen Berge Jotunheimens: mit einer beeindruckenden alten Stabkirche, einem wilden Wasserfall in der Ortsmitte und einer extrem guten Holzofen-Bäckerei und – ganz wichtig für uns – einer Tankstelle mit eiskalten Getränken und Pommes!
Wir haben nur einen Seitenblick über für die Sehenswürdigkeiten, denn gut aufgetankt wartet eines der Highlights der Woche auf uns: Der berühmte Sognefjellsvegen über das Sognefjellet – mit über 1400 Metern der höchste Gebirgspass Nordeuropas steht auf dem Programm. Am Nachmittag rollen wir bei bestem Wetter aus dem Ort hinaus, steuern dann nach 20 Kilometer noch einen kleinen Supermarkt etwas weiter oben im Tal an, bevor wir von der Hauptstraße abbiegen in einen meiner absoluten Lieblingsabschnitte den ich von vergangenen Touren bereits gut kenne: das wunderschöne Bøverdalen. Über Schotterpisten geht es durch das enge Tal weiter bergan.
Essen, spektakuläre Landschaft und Strampeln, das ist der Rhythmus, der uns hier her gebracht hat. Doch auch die Sonne heute ist wieder ein harter Gegner – den ganzen Tag zu schwitzen ist zumindest für mich eine echte Herausforderung.
Nach einer kurzen Pause im Schatten einer Hütte geht es zurück auf die Hauptstraße und in den eigentlichen Anstieg. Wir teilen uns auf, jeder fährt sein eigenes Tempo. Kein Problem – Kopfhörer rein, Musik an und los geht’s. Vor drei Wochen bin ich diesen Abschnitt schon einmal gefahren, ich weiß also, was kommt: viele Höhenmeter, aber nicht extrem steil – ein gut zu fahrender Anstieg. Man muss sich auch mit kleinen Dingen motivieren!
Die frühe warme Abendsonne taucht alles in eine ganz besondere Stimmung. Auch wenn es fordernd ist, kann ich diesen Anstieg genießen. Musik auf die Ohren und einfach immer weiter machen! Der Flow ist da, als ich den höchsten Punkt erreiche bin ich total high vom Bergauffahren mit dem Bike – was stimmt eigentlich nicht mit mir, dass mir das Spaß macht? Vermutlich ist es diese tief befriedigende Verausgabung, die man nur bei solchen freiwilligen Anstrengungen erleben kann.
Wir alle sind total geflasht von der Umgebung als wir uns am Schild des höchsten Punktes abklatschen: hohe Berge überall um uns herum, viele über 2000 Meter hoch – und sogar Norwegens höchster Berg, der 2469 Galdhøpiggen, ragt zwischen ihnen empor! Allerdings ist jetzt am Abend ziemlich frisch hier oben, große Schneefelder säumen die Straße. Wir ziehen uns warme Klamotten, Mütze und Handschuhe an, als wir uns wieder auf die Räder schwingen.
Die Straße ist richtig spektakulär – besonders an einem Sommerabend mit wenig Verkehr und dieser einzigartigen Atmosphäre! Das wird einfach nie langweilig! Niemals! Ein Fotograf des Veranstalters „lauert“ uns dann noch auf, und schießt einige richtig coole Fotos von uns.
Da wir alle drei ziemlich getoastet sind, steuern wir die Berghütte in Turtagrø an, wo wir entscheiden wollen, wo wir übernachten. Nach einem kurzen Check von Verfügbarkeiten und Preisen entscheiden wir uns dafür, hier zu bleiben. Es reicht für heute und eiskalte Getränke und eine heiße Dusche machen die Entscheidung leicht.
Auch wenn wir früh ins Bett gehen, wird der Blick aus unserem Zimmer Motivation genug sein, wenn um 4:00 Uhr morgens wieder der Wecker klingelt – für weitere große Anstiege und viele Kilometer auf dem Weg zurück nach Tolga.
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (1,650 m)
Lowest point (630 m)
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