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Lange Strecken ist mein Ruhen. Das habe ich entdeckt. Die Welt sehen und hören, riechen und fühlen. So lange es geht und ich gehe.

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4,036 mi

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1301:05 h

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Recent Activity
  1. Fcl went for a hike.

    June 1, 2021

    02:54
    9.48 mi
    3.3 mph
    825 ft
    825 ft
    Fcl, Marina 😇😉 and 23 others like this.
    1. Fcl

      There were cemeteries, military cemeteries, old cultural assets, new Jewish ones, the latter inaccessible. In between, a city that lives.An almost successful finish. Now wait for June 23rd for the next section.

      translated byView Original
      • June 4, 2021

  2. Fcl went for a hike.

    May 31, 2021

    Fcl, Dietmar Wagner and 35 others like this.
    1. Fcl

      Today it is raining. Heaven is crying tears, perhaps out of joy, because life is getting ready to cope with COVID and to show itself alive again or sad because today the last stage leads through Greece, the sixteenth.Greece is a fascinating country. It kept popping up in my mind. Even if there are things that always annoy me. But that is part of life, not paradise on earth but heaven on earth, with little ones. human weaknesses.From the starting point it went straight across the road towards Ferres. I walked into the place and was surprised by that, except that it was raining, there was obviously a market day, some stalls were already set up, others were still being set up. Diverse offer, food and drink, clothes, household items, the usual.At the end of the market I pulled up the hill to the left and came to a church that I had heard about but which was very impressive, the 'Panagia Kosmosoteira'. This goes back to the early twelfth century, exactly 1152, was in the meantime a mosque, was converted back into a Greek Orthodox church in the 20th century. Particularly noticeable to me: a beautiful Star of David can be seen in the dome. Perhaps the three of them have already been able to talk to each other here.From the church it goes over the streets out of the village of Ferres, through long fields, with very long, straight sections, along a water channel; it just goes towards the border.And what did I find in relation to Yerushalayim in Greece? Saloniki, Sephardic Salonika, the forgotten and rediscovered 'Jerusalem of the Balkans'. So there are references. experienced in this city, in this region, in this region, in this area of northern Greece. Little if not at all.And the cave, the cave of the Cyclops Polyphemus? The most beautiful, philosophical thought model that you surely know is Plato's allegory of the cave. We are more or less sitting in a theater, a film is being shown. The question is, are the objects that are moved behind me in front of the flickering sunlight, candlelight or torch, are those that are perceived as images of me, the truth, the image or: what is real and what is an image? It is a large part of the theory of ideas, there is the chair as an idea and everything we know as a chair is a modification, a materialization. This allegory of the cave has always been with me. As a good way to question seeing and perceiving in simple steps. I had to learn for myself, look carefully. I still find it difficult.But if we think in terms of cave, then there is also the cave, which we know as the abdominal cavity, which offers protection for oneself but especially for the unborn home, home to grow up and thrive? To develop, in peace, undisturbed to get out of this cave at the right time.Many hermits lived in caves, a large part of the churches and living conditions in Cappadocia were in caves. Getting out of a cave, like a Jonah from a large fish, the belly of the chosen fish, is like a liberation; this coming out of a closed area, certainly protective, but also closed in on itself and thus without any freedom and without any free space.Stepping out of the closed space and then moving freely places high demands on you as a person; You are no longer protected, you have to take care of it yourself and you have to use your senses to adjust to everything that happens in the then larger world. You then just see things and have to evaluate; you smell things, you hear things, you feel things, you taste things.Immediately before the border I have the feeling that I am stepping out of the Greece cave. I felt good in this cave, the people in their amiability, this includes choriatiki - commonly called Greek salad in our country - the other good dishes, the drink ouzo and retzina. The landscape, the scents, the birds, I can't stop listing, everything made me feel very warm, absorbed and satisfied.Now I am just before the border, it is still raining, it has rained all the time, it has rained sometimes more, sometimes less, everything is wet, the moisture pulls in through the shoes, but that doesn't matter, it's a good one Graduation before moving to the next country.If you say goodbye in Greece and go on a trip, then yours says to you 'καλό ταξίδι ‘,' Have a good trip '. I just heard that clearly, I think. Thanks. ευχαριστώ.

      translated byView Original
      • May 31, 2021

  3. Fcl went for a hike.

    May 30, 2021

    07:24
    24.9 mi
    3.4 mph
    2,350 ft
    2,250 ft
    Fcl, herbert and 31 others like this.
    1. Fcl

      Nach dem Essen fragte mich meine Gastgeberin mittels neuerer Technologie, welches Frühstück mir besser gemundet habe und ich antwortete, das von gestern. Dabei war bei dem heutigen Frühstück etwas dabei, was vielleicht viel mehr meine Aufmerksamkeit haben wollte, was es wahrnahm, es waren Oliven, viele dunkle Oliven. Mein Weg führt als erstes an einen Olivenhain vorbei und ich glaube, ich habe mein Thema für den Tag. Oliven!Viele zusammen genommen, gepresst, ein kostbares Gut: das Öl. Es ist eine der Grundelemente in der gesamten mediterranen Ernährung.Es kann gebraucht werden zum Zubereiten von Salat, zum Anbraten von Fleisch und Fisch, zum Beträufeln von Brot, eben sehr vielfältig.Die Olive verarbeitet Fett, ist vielleicht sogar, ohne dass ich dazu im Moment eine Ahnung habe, der Grund, weshalb es den Ölberg gibt, auf dem Olivenöl gemacht wurde. Ich weiß es nicht. Aber es wäre etwas, was nachhaltig sein könnte.Wenn du durch Olivenhaine gehst, siehst du die verdrehten, verknackten, starken Strukturen, immer wieder erzählende Bäume. Ich glaube, sie werden aufgepfropft, denn es kann nicht sein, dass das alles so von Anfang an ist, aber ich weiß es nicht. Aus der Verdrehung hab ich das Gefühl, dass die Baumrinde sich auf der Suche nach Licht und Sonne dreht und wendet, wie in der Presse, dass vielleicht das Bäumchen schon zeigt, was mit seiner Frucht einst passieren muss.Die Blätter grünlich, silbrig, glänzend geben dem Ganzen mit dem Haut überzogenen Baum , der leicht ins bräunlich, lichtgraue geht, eine wunderbare Farbkombination; es ist hell und nicht dunkel. Dieses hell und nicht dunkel sein, kleines bisschen Licht, was vielleicht auch mit dem Olivenöl in die Welt gekommen ist, denn das ist eine weitere Möglichkeit, das Öl zu verwenden. Licht in die Welt zu drücken.Da für uns Menschen als wichtigste Aufgabe aus meiner Sicht das Licht in die Welt zu bringen ist, müssen wir viel Olivenöl essen, damit wir es gut in uns verbrennen können. Jeder Baum erzählt seine eigene Geschichte. Sie sind nicht angebaut, um daraus im großen Stil Waldwirtschaft zu betreiben, sie sind angesiedelt, um im großen Stil Oliven zu zeugen.Wenn ich mir die Olivenbäume anschaue, habe ich das Gefühl, dass es eine Aneinanderreihung von Sträußen ist. Wo aus einem großen Ast kleinere mit fast Blumenstock großen Strukturen sich entwickeln, die Plattform für das Blühen, Grünen, Wachsen, Gedeihen, Keimen, Reifen geboten werden.Die Bäume sind unregelmäßig. Und fühlen sich trotzdem rund an. Sie nehmen Raum ein in der Luft und gestalten damit eine tolle Struktur. Wenn ich jetzt hier durch den Olivenhain gehe, dann entsteht bei mir fast ein impressionistisches Bild im Kopf. Etwa im Stil des Pointillismus. Feine Strukturen, die gesetzt sind und aus der Ferne ein wunderbares Bild ergeben. Zwischen den guten, alten hundert, zweihundert oder noch mehr Jahre zählenden Bäume stehen kleine Junge, die noch eine lange Zeit vor sich haben. Sie tauschen sich bestimmt mit den erfahrenen aus, auch wenn jeder seine eigene Erfahrung machen muss, weil sich alles wandelt.Bei einigen Bäumen habe ich das Gefühl, sie sind einfach gerade gewachsen und bei anderen, die unmittelbar daneben stehen, habe ich das Gefühl, sie sind dem dauernden Wind ausgewichen. Und bei wieder anderen habe ich das Gefühl, sie haben es versucht, miteinander zu moderieren.Aber es gibt bestimmt eine lenkende Hand, so dass die Bäume einen freien Stamm in der Höhe von etwa fünf Fuß haben. Dahinter muss ein Prinzip stecken, die Ernteleichtigkeit, die Erntefreundlichkeit, die Luft, die der Baum vielleicht auch von unten braucht, um in seiner ganzen Straussstruktur atmen zu können. Und das schreibe und sage ich, ohne über die Olive gelesen zu haben, lass mich einfach drauf ein, sie zu bewundern, zu sehen, abzutasten.Jetzt freue ich mich schon umso mehr auf den nächsten mit Olivenöl angerichteten Salat oder ein schlichtes Brot mit Olivenöl.Wie beim Brotbacken ist der Weg zum Öl ein langer. Das Ansetzen eines Hains, das Pflegen. Die Begleitung durch die Jahre, Jahrzehnte immer wieder den Hain lichten, die Oliven pflücken, eventuell in einem da drunter gespannten Netz einfangen und fallen lassen, sie dann waschen und sortieren, einige nutzen für den direkten Genuss, andere für die Herstellung des Öls. Das Öl pressen, sorgfältig, vorsichtig, mit einer gewissen Zuneigung und Liebe und dann erst Öl aus vielen, vielen, vielen Tausend Oliven.So verlasse ich Makri, bewege mich Richtung Alexandropouli. Ein sonniger Tag, ein weiterer. Ich fühle mich gut.Und während ich so laufe, kommt mir in Erinnerung der Mount of Olives für den Ölberg, schiesst in den Kopf, da ist es, der Olivenberg. Und ich denke darüber nach, warum über das Produkt, das Öl, das zur Bezeichnung des Berges in die deutsche Sprache Eingang gefunden hat, und nicht über das lebende, die Olive, den Olivenbaum? Es ist ähnlich wie bei dem Begriff des See Genezareth. Im englischen ist es der Lake Galilee, im hebräischen der Kinnerot, der - so eine Meinung - wegen der Form an die Harfe Davids erinnert, Harfe ist Kinnor. Alleine durch solche Wortwahlen werden Eckpunkte gesetzt, werden Merkmale verfasst, die ein bestimmtes Denken, die ein bestimmtes Bild unterstützen, prägen sollen.Im jüdischen gibt es übrigens ein besonders fröhliches Fest des Lichtes, Chanukka. Das erinnert an das Wunder für das Tempelöl, dass wegen einer Verwüstung vernichtet wurde, bis auf ein kleines Schälchen, das hätte aber nur für einen Tag gereicht. Und die Zubereitung neuen Öls nimmt eben eine Woche in Anspruch.Wie durch ein Wunder hat dieses kleine Kännchen genau für den Zeitraum der Neubeschaffung gereicht, das Fest der acht Tage, Chanukka. Es steht im engen Zusammenhang mit Judas Makkabäus, der heute noch Sportvereinen seinen Namen gibt, wo für Christen aus dem Oratorium von Händel die Melodie und der Text vom Weihnachtslied Tochter Zion geliehen wurde. Das ist schön, dass Christen dieses Lied lauthals fröhlich singen und schade dass den Meisten, den Allermeisten, fast Allen der wunderschöne Zusammenhang nicht bekannt und bewusst ist.Auf der Strecke kommt mir jetzt ein junger Joker entgegen und er grüßt mit militärischen Ehren. Ich dachte darüber nach, er sah mein Emblem an der Kappe, Jaakow, einer der Apostel. Es gibt einen zweiten, viel größeren Jaakow, Jasskow der Bruder von Esau, Esaw, der weit gereist, gewandert, zu seinem Onkel Laban, um um die Hand seiner Tochter anzuhalten, er hat dafür hart gearbeitet, hat die falsche bekommen, hat noch mal um die Hand der Auserwählten angehalten, hat dafür gearbeitet und konnte dann nach 20 Jahren von Laban scheiden, reich belohnt, als reicher Mann. Es ist schon erstaunlich, dass diese 20 Jahre der Zeitspanne entspricht, die Odysseus unterwegs ist, um in Troja Krieg zu führen und dann nach Hause zu irren, zu seiner geliebten Penelope.Das entscheidende an Jaakow ist aber, dass er mit einem Engel Gottes ringt, er dadurch den Namen bekommt, Israel. Da bin ich auf dem Weg bis nach Santiago die Compostela zum einen, dann auf dem Weg nach Jerusalem zum anderen, den für mich richtigen.Ich kam nach Alexandropouli, beobachtete die Kirchgänger, die Sportler wie überall. Eine etwas ältere Frau kam mit ihren roten, hochhackigen Schuhe, einem weißen Rock und einer roten Jacke, dahinter zwei älteren Damen ganz in schwarz gekleidet, vor der Kirche war eine Menschentraube, die sich um das Teilen des richtigen Brotes, Brötchen in Plastikfolie abgepackt, gesammelt hatten. In der Zwischenzeit hat der Zelebrant den Altarraum inzensiert, die Glocken werden vom Diakon rhythmisch geschlagen, Tom Tom Tom, Pause, Tom Tom Tom, Pause, dann sieben Tom, mit dem siebten Schlag auf die Eins. Drei Schläge, Pause, drei Schläge, Pause, sieben Schläge. Der siebte Schlag ist praktisch auf der eins: und so laufe ich fast in die Arme der Polizei, gut ausgestattet mit der Maske, ohne Risiko und ich denke an meine morgige Fahrt. Wie komme ich zurück von der verschlossenen Grenze zur Türkei über Thessaloniki nach Deutschland und dann später wieder in die Türkei auf die andere Seite der Grenze.Die Polizei gibt mir präzise Auskunft auf meine Frage: Busstation KTEL. Zunächst geradeaus, dann links abbiegen, zwei Stationen gerade aus, rechts abbiegen und ich würde sie sehen. Ich gehe an den Kassenschalter, frage zunächst, wann denn Busse nach Saloniki gehen, der Kassier antwortet in klaren Deutsch: 14 Uhr und um 16:30 Uhr. Er hat 20 Jahre in Deutschland gelebt. Ich buche die Fahrt für 14 Uhr.Was ich schon gestern und vorgestern beobachtet hatte, die täglichen militärischen Transporte, das verstärkt sich heute umso mehr; mehrere große LKW, geeignet zum Transport von schweren Panzern und schwerem Gerät, ebenso Mannschaftswagen, nicht leer sondern tatsächlich hinten besetzt, ziemlich voll, eine ungewöhnlich große starke Ansammlung.Ich kehre noch einmal zur Olive zurück, weil da in meiner tiefen Erinnerung eine Verknüpfung zur Pallas Athene und der Akropolis auftaucht. Der Olivenbaum wurde dort gepflanzt, im Prinzip ein Zeichen des Friedens, der Zweig im Mund einer ‚Frieden verkündenden Taube’. Ist das nicht ein Olivenzweig?Es wäre so schön, um es wahr sein lassen zu können. So ist es nicht nur leer und leuchtend, sondern auch befriedend, ganz machend.Gestern sprach ich noch vom Feuer, heute ist es am Weg. Aus dem Nichts hat es sich entzündet, offensichtlich war das Gras zu trocken, leichte Flammen, starker Rauch, daran habe ich es erkannt. Und als ich näher kam, war das deutliche Knistern ein Grund, genauer hinzugucken.In der Luft lag der Geschmack von Rauch. Verbranntes. Nicht eindeutig zu identifizieren.Darüber denke ich plötzlich über die Flammen des Feuers nach. Was sehe ich denn? Das, was ist? Das optische, sind es die Oxidationsprozesse, mit unterschiedlichen Temperaturen, sind es die Gase, die das Licht in dem Augenblick anders zerlegen, sind es die Reaktionen, die ich sehe? Vor 40 Jahren wäre ich sicher gewesen, dass ich es erklärt hätte, mit Temperaturprofilen. Damals war es ja klar, dass das Licht in der Mitte praktisch gar keines mehr ist, weil es doch die höchste Temperatur hat und eine vollständige Verbrennung darstellt. Jetzt bin ich sehr skeptisch. Ich glaub, ich werde alt oder sehe zu viel.Ich bin mir sicher, für uns gibt es sichtbare Grenzen. Aber es gibt gleichzeitig dort an dieser Grenze ein Kontinuum von Atomen und Molekülen. Direkt daneben ist nicht nichts.Und es wird immer ruhiger und immer leerer, immer weniger Bewegungsgrenzen.Bereits auf diesem Abschnitt durch Nordgriechenland blicke ich zurück, auch wenn ich morgen noch einen richtigen habe. Was jetzt schon klar ist, ich habe seit vielen Jahrzehnten, durch die Schule geprägt, durch eigene Reisen, persönliche Kontakte, eine große Nähe zu diesem Land; das ist nicht nur die Philosophie, das ist nicht nur die Geschichte, das ist nicht nur die Kultur, sondern wie schon mehrmals hier betont, der Denk würdige Menschenschlag, selbst wenn es von Region zu Region graduelle Unterschiede gibt. Denn die Griechen sind vielfältig. Liebenswert!

      • May 30, 2021

  4. Fcl went for a hike.

    May 29, 2021

    06:37
    21.7 mi
    3.3 mph
    1,300 ft
    1,875 ft
    Fcl, Ojah and 36 others like this.
    1. Fcl

      Der 100. Abschnitt wird heute angegangen und ich möchte ihn bewusst den Griechen widmen. Die Frage ist, wie ich das alles einzuordnen habe.Maroneia hat einen großen Bezug zu der Geschichte der Odyssee, hier soll das große Weingelage gewesen sein, bevor Polyphem, der einäugige Zyklop sein Augenlicht verlor. Und zu der Höhle des Zyklopen bin ich heute unterwegs.Auf dem Weg zum Startpunkt bin ich völlig außer Kontrolle geraten, weil ich im Taxi schlichtweg meine wichtige Kommunikationseinrichtung verloren habe, mein Telefon, mein Navigationssystem, meine Möglichkeit von Informationen und Daten, der Zugang zur Welt. Selbst wenn ich viel im Kopf mit mir rumschleppe, so ist es noch kein elektronisches Austauschsystem mit Anderen. Vielleicht einzig mit mir verbundenen Menschen, durch Übertragen von Gedanken, und dem lieben Gott.An der über 800 Jahre alten Eiche habe ich den Weg wieder aufgenommen, ein sehr gastlicher Ort, mit viel Grün, der ideale Gastgarten. Möge diese Eiche noch lange den Betreibern als aktivierender Schutz erhalten bleiben. Vom Gastgarten geht es durch den Raum nach Osten, in Richtung der historischen Städte.Aus dem Ort hinaus geht es zunächst entlang einer großen, militärischen Einrichtung. Hier steht angeschrieben: nicht fotografieren, nicht filmen, militärische Hunde in Einsatz. Klingt nicht ganz angenehm. Beobachten kann ich, dass auf dieser Anlage Wohneinheiten stehen, ein Kinderspielplatz eingerichtet ist, versteckt in den Bäumen eine Radaranlage steht, sehr gut getarnt, dennoch auf der Karte sichtbar.Militärische Präsenz ist mir sowieso die letzten Tage hier aufgefallen, auch wenn es nicht dauernde Panzerformationen waren. Immer wieder habe ich einzelne militärische Fahrzeuge gesehen, die irgendwie gefühlt beobachtet und irgendetwas stabilisierend suchten oder?Aus diesem Gebiet heraus habe ich freien Blick aufs Meer, sehe die leichte Dünung, das Wasser hat keine Unruhe, es ruht sich mit kleinem, leichten sich Regen auf die Küste zu. Die beiden großen Inseln vor der Küste, die hier das Gebiet prägen, Gökçeada Barajı (türkisch) und Samothraki liegen mächtig vor der Küste, gewaltige Klötze und doch in einer guten Proportion .Nun lasse ich mich auf den Tag ein, bin gespannt. Bilde Gedanken zum Thema und die Eindrücke mit dem Theater, dem Apollotempel und der Höhle des Zyklopen.Das mächtige Gewitter von gestern hat eins auf alle Fälle bewirkt, ein deutliches Entstauben der Luft und ein Festhalten durch die Feuchtigkeit von möglicherweise erneuten Wiederaufsteigen von Staub.Das Gefühl in einer nicht ganz so trockenen, wenn auch schwülen Umgebung sich zu bewegen, ist angenehm. Die Griechen, wer sind die? Wenn wir in die Geschichte schauen, dann sprechen wir von den Hellenen, wenn wir von den Hellenen entsprechend noch einen Schritt zurückgehen, dann sprechen wir von Gruppen wie den Dorern, den Ioniern, den Spartaner, den Mazedoniern, den Athenern und so weiter. Stadtstaaten, die sich sehr stark präsentierten und eigene Niederlassungen, Kolonien, gründeten. Darüber trieben sie Handel und übten ihren Machtbereich aus. Es gab einen lockeren Zusammenhalt zwischen diesen Stadtstaaten in unterschiedlichen Allianzen. Auffallend dennoch, es gab eine irgendwie geartete Gemeinsamkeit, weshalb dann Griechen nach außen gemeinsam auftraten. Für mich ist das am deutlichsten niedergetreten, niedergeschlagen und niedergeschrieben in der Ilias von Homer.Von der einen Seite der Ägäis bricht ein Königssohn namens Paris auf, auf die andere Seite, um seinen Preis einzufahren, den er bei dem Wettbewerb mit drei Göttinnen gewonnen hat: die schönste Frau der damaligen Zeit, die süße Helena.Was nicht anders zu erwarten war, es war wahrscheinlich der vollkommene, unterschwellig gewollte Anlass für den Konflikt zwischen Ost und West, zwischen dem Reich der Trojaner und - das ist dann das entscheidende - der Gemeinschaft der Griechen. Wenn du auf die Karte schaust, durch die Geschichte blättert, dann siehst du, das Troja sehr nah bei den Dardanellen, dem Hellespont, liegt und wenn du Helles siehst, dann darfst du schon an Hellas denken, die Brücke Griechenlands. Leider gut gedacht, aber falsch. Denn tatsächlich steht der Name für Helle, einer Figur aus der griechischen Mythologie, sowie pontos für Meer.Diese Gegend war für längere Zeit auch ein griechisches Siedlungsgebiet wie Ephesos und andere wie zum Beispiel Milet, mit dem bekannten, rechtwinkligen Thales im Kreis. Es schlossen sich somit die Hellenen, die noch nicht gesammelten Griechen zusammen, um einem der Ihren, eine Art frühe NATO, beizustehen und ihm dabei behilflich zu sein, seine ihm rechtmäßig angetraute Frau zurückzuerobern. Ob der Krieg wirklich um diese eine Frau geführt wurde oder eben aus den schon angeführten tieferen Spannungsursachen sei dahingestellt.Die Griechen haben immer dann, wenn sie von außen in irgendeiner Form angegriffen wurden, siehe die Perserkriege, sich zusammengeschlossen. Dann machte Einigkeit stark.Wir verbinden mit den Griechen die Geschichte der großen Philosophen, der Naturdenker und Philosophen, die in das Bild der Welt hineingeschaut haben und sich mit Weisheiten verewigt haben wie, erkenne dich selbst, alles fließt, sowie mit grandiosen Werken der Verteidigungsrede, der Apologie, den Reiseberichten und historischen Berichten des Thukydides. Nicht zu vergessen, das Höhlengleichnis.Das Denken, das Vordringen in Vorstellungen, das Ableiten von Haltungen, Prinzipien, das war die große Kunst der Griechen. Zweitens haben die Griechen sich sehr stark mit Politiksystemen gedanklich auseinandergesetzt, ob es soldatische geprägt war, ob es demokratisch geprägt war; auch wenn es in dieser demokratischen Weltordnung ausgesprochen viele Sklaven gab. Es wäre sowohl falsch, nur auf das Demokratieverständnis zu schauen und dieses frühe Sklaventum auszublenden, wie umgekehrt es falsch wäre, nur auf die Sklavenführung zu schauen und diese frühen, ausgesprochenen Formen der Demokratie auszuleugnen.Für mich ist der wichtigste Satz das Verständnis der Griechen für den Unterschied zwischen Bürger und Bürger. Polites und Idiotes. Der Polites ist der Bürger, der sich im Staat, in der Politik engagiert, der Idiotes ist der Bürger, der sich nur um sein eigenes Interesse kümmert, seinen eigenen Nutzen, seinen Vorteil sucht. Man könnte sagen der Privatmann. Davon gibt es heute viele. Oder?Der athenische Bürger war verpflichtet, einmal in seinem Leben ein politisches Amt für ein Jahr auszuführen. Es ging nicht darum welches, sondern es ging um die Frage überhaupt, es war eine frühe John F. Kennedy Frage: ‚Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst.‘Viele der urhistorischen Ereignisse im heutigen Griechenland sind für uns heute schwer nachvollziehbar. Das wird aber mit unserer Nachwelt und uns genauso passieren. Einer der großen Griechen war ein Mazedonier, der in Pella geborene Alexander der Große, der einmal in kürzester Zeit König wurde, das Land geeint hat, gemeinsam einen großen Feldzug nach Osten geführt hat, bis an die Grenzen des Indus und Indien. Hier hält sich letztlich die Wahrheit: Zerronnen wie Gewonnen.Die Römer haben viele Werke der griechischen Philosophie ins lateinische übersetzt, wie zum Beispiel die Politeia von Plato in die ‚De Te republica‘ von Cicero. Dabei fällt natürlich wie immer auf, das eine Übersetzung eine Übertragung ist mit Bedeutungsverengung, Bedeutungserweiterung, Bedeutungsinterpretation. Die Griechen, das Volk der Denker, die Gestalter des vorweggenommenen Bauhaus, mit gut und schön, dass Kalos Kai Agathos, dem gegenüber die Römer, die ein Volk von Bauern und Soldaten darstellten, von handgreiflichen Gestalten auf dem Acker und auf dem Schlachtfeld.Nach der Besiedlung, Entschuldigung nach dem Besuch, nein noch mal, im ersten bis dritten Jahrhundert war eine schrittweise religiöse Entwicklung aus den Anfängen der frühen messianischen Judenbewegung in Griechenland und in Kleinasien zu verspüren, die dann mit der Anerkennung des Christentums zu einer starken Christianisierung der Region führte. Durch die Trennung der Ostkirche und der Westkirche (1054 unserer Zeitrechnung) hat sich mit der griechisch-orthodoxen Kirche, wie auch allen folgenden orthodoxen Kirchen eine starke religiöse Struktur gebildet, die bis heute in Griechenland wirkt. Dies ist ein sicherlich wichtiges Kulturgut neben den historischen Städten aus Steinzeit und Bronzezeit, bis weit ins sechste Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Ein Besuch der klassischen Stätten aus hellenistischer Zeit sowie dem Umfeld, sowie der römischen Zeit, unabdingbar die besonders hervorzuhebenden Kirchen und Klöstern mit großen, künstlerische n Schätzen, Ikonen, manchmal auch gepflegte und erhaltene Bilder aus und vor der Zeit des Bildersturms. Er hat einiges vernichtet und wie das so ist, zum Glück im Leben, nicht alles.Über das Mittelalter spielt für mich eine Ruhe, nahezu eine Dunkelheit, vielleicht geprägt aus dem Verschieben des Fokus auf die Spannungen, die sich dann nicht nur aus West-Ost sondern aus christlich muslimisch. Scheint immer einen nötigen Anlass zu brauchen und zu geben, um Spannung zu erzeugen.Ende des 18. Jahrhunderts gab es dann eine große Bewegung in Griechenland zu einer neuen Identität, zu einem neuen Nationalstaat; dieser neue Nationalstaat wurde als Königreich Griechenland gegründet, wurde mit einem Bayern als ersten König geführt und besetzt. Man könnte jetzt sagen, das, was Griechenland am meisten davon noch hat ist die bayerische Biertradition. Eigentlich ist es die Nähe - trotz der Wirtschaftskrise und den Diktaten der EU aus Deutschland - zwischen Griechenland und Deutschland. Dies hat gelitten unter den Besatzungen, auch im 20. Jahrhundert Krieg, Elend durch deutsche Truppen, durch bulgarische Truppen, durch Massaker, durch Plünderungen. Griechenland hat sich neu definiert, das Königtum hat angehalten, bis es zur Militärrevolution kam, die Revolution war begleitet von Intellektuellen, ich erinnere mich an Musik wie von Theodorakis und Xenakis aus dieser Zeit, es entwickelten sich großartige Schriftsteller wie Nikos Kazantzakis, sie haben ihre Werke geschrieben. Und aus dieser Militärdiktatur hat sich dann das heute demokratische Griechenland entwickelt, ebenfalls mit auf und ab.Was macht Griechenland aus? Die Kultur? Die Natur? Landschaft Meer und Berge? Der Tourismus? Nein: die Menschen! Die Griechen sind geprägt von einem frohen, inneren Denken, von einer positiven Haltung, immer nach vorne, das freundlich hilfsbereite. Egal wie sehr sie gequält und massakriert wurden, egal wie sehr sie leiden und Schwierigkeiten ausgesetzt waren. Ich liebe die Griechen.Für den, der die griechische Lebensfreude besonders in einer harmonischen, nahezu ironisch fröhlichen Ausprägung erleben will, dem empfehle ich den Film der griechischen Hochzeit ‚My Big Fat Greek Wedding‘.Ich bewege mich entlang der Küste im kontinuierlichen auf und ab. Bewegungen mal etwas näher, etwas weniger nah ans Wasser, mal am Berg; ein schöner Weg, der sich durch die Landschaft windet. Ich komme dabei natürlich auch an bedeutenden, historischen Städten vorbei, die aus der klassischen Historie nicht so im Vordergrund stehen. So bin ich zunächst in der Nähe von Maroneia, einem Weinort mit Bezug zur Geschichte des Polyphem, dann auf historische Dokumente und Erinnerungen gestoßen, später auf eine Tempelanlage und dann als Besonderheit Zone. Eine thrakische Siedlung aus dem siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung; das Besondere ist, dass man in Zone im Apollotempel Unmengen von Schriftzeichen mit dem Namen Apollon sowohl in Griechisch als auch mit griechischen Buchstaben in Thrakisch gefunden hat; weiters wurden dort Dokumente gefunden, mit denen es möglich ist, zum ersten Mal das Thrakische in großen Teilen zu verstehen und zu rekonstruieren. Bei uns wenig bis gar nicht bekannt. Der Demeter-Tempel, der als Besonderheit gezeigt wird, ist gemessen an dem, was man von sonstigen Ausgrabungsstätten gewohnt ist, ein sehr kleines Gebilde.Es geht mir aber wieder um einen Weg nach Griechenland und um die Griechen. Zeigt dieses Land von Anfang an wieso oft auch andere Züge in der Welt: es hat Vielfalt von Vielfalt. Diese Vielfalt schafft es immer sich dann zu konsolidieren und zu solidarisieren, wenn's ein gemeinsames Ziel gibt von dem alle überzeugt sind; darin besteht die Kunst von Politik.Die Lebensfreude greift hier in unmittelbarer Umgebung; es wird eine Zeit mit ‚Corona haben wir im Griff’. In einem Garten höre ich nicht nur die klassische griechische Tanzmusik, sondern das Tanzen dreier Grazien, möglicherweise Kopien der drei Göttinnen für den Krieg von Troja. Sie feiern ausgelassen tanzend im Garten, in der Luft liegt Grillduft, ein Fest wird gefeiert. Sirtaki!Nun habe ich etwas gemacht, was ich eigentlich von Anfang an machen wollte: jeden Tag eine Stunde irgendwo genüsslich ruhig Pause machen, in der Sonne liegen. Einfach nicht geschafft, zu viel Strecke, zu spät losgegangen, zu müde, keine Gelegenheit, nicht gepasst, dann der Ort, die Liste der Entschuldigungen fremder und eigener ist gigantisch. Und jetzt heute habe ich es getan, am Strand eine Stunde Ruhe.Der alte Sonnenanbeter würde sagen, beidseitig eine halbe Stunde gegrillt. Dabei habe ich einfach nur Ruhe gefunden und ein Bier getrunken.Nach dieser Pause mache ich mich auf zum letzten Höhepunkt des Tages. Zur Höhle des Polyphem, der einäugige Zyklop, der Odysseus und seinen Mannen mächtig auf seiner Rückfahrt nach Ithaka herausforderte. In Maroneia habe ich es erwähnt, wegen des Weins und es damit schlaftrunken Machen's von Polyphem. Nun bin ich gespannt, wie diese Höhle sich heute darstellt.Hier trifft eine angenommene Wirklichkeit auf eine über 55 Jahre entwickelte Vorstellung in meinem Kopf aus den alten Texten.Und so habe ich die Höhle gefunden, die Höhle des Zyklopen, des Polyphem. Sie lag am Berg, etwas kleines Klettern, ein deutlicher Hinweis des griechischen Staates: Zugang zur Höhle nur mit einer sauberen, rechtlichen vom Staat abgezeichneten Erlaubnis. Da habe ich mich vorsichtig ohne Erlaubnis hineingetastet so weit das Licht reichte und hab einen Eindruck gewonnen, ohne natürlich die Höhle in der Gänze zu erforschen und kennen zu lernen, aber, es kann schon sein. Die Felsen, die in der Umgebung liegen, könnten schon vom erblindeten Riesen mächtig als den Kugeln durch die Gegend geschmissen worden sein.Ich gehe langsam zurück, ein Stück Richtung Westen, zum ersten Mal seit langem, der untergehenden Sonne entgegen. Es wärmt und fühlt sich gut an. Griechenland ist ein so vielfältiges, schönes Land, reich an Kultur und reich an mit strahlendem, inneren Licht leuchtenden Menschen.

      • May 29, 2021

  5. Fcl went for a hike.

    May 28, 2021

    06:37
    20.6 mi
    3.1 mph
    1,325 ft
    800 ft
    Fcl, ᒍÖᖇᘜ ᗩᗪᒪᗴᖇ and 36 others like this.
    1. Fcl

      Ich näherte mich gestern Glyfada. Wusste, hier gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit. Also hatte ich schon im Vorfeld entschieden, dass ich das Quartier in Porto Lagos für zwei Nächte benutzen werde. Mit diesem Bild im Kopf näherte mich dem Ortseingang, da näherte sich mir ein weißes Auto und mein Gefühl sagte mir, sprich ihn an. Ich hob meine Hand, das Fahrzeug schwingt leicht, es kam neben mir zum Stehen, der Fahrer öffnete das Fenster. Und ich stellte nur die Bitte: können Sie mich bitte nach Porto Lagos fahren?Ein freundliches Gesicht, ein leichtes Lächeln mit innerer Freude, schaute nicht an, wiegte den Kopf und nickte, schaufelte den Beifahrersitz frei, so dass ich auf seiner Beifahrerseite einsteigen konnte.Neben ihm Platz nehmend schaute ich etwas in den Wagen hinein und nahm verschiedene technische Werkzeuge wahr; darüber kamen wir ins Gespräch. Er war Elektromechaniker mit guten Kenntnissen im Schweißen. Er bediente alle in der Umgebung mit seinen Dienstleistungen, weit über 20 km Radius hinaus, offensichtlich war er geschätzt. Er fuhr mich tatsächlich nach Porto Lagos. Ich bemerkte: ist das nicht eine paradiesische Landschaft. Sein Kommentar war sehr frappierend. Ja, es ist eine paradiesische Landschaft, sagte es mit einem Lächeln, wirtschaftlich aber ganz unten. Genau dieses Spannungsfeld, das hatte ich gespürt, aber er hat es mit einem kurzen Satz auf den Punkt gebracht.So kam ich in die Nähe meines Quartiers zurück, bedankte mich recht herzlich, lief die letzten 1.500 m noch und nahm einen kurzen Ausflug ans Meer. Es gab mehr Ruhe und eine Chance des Umschaltens.Heute Morgen hat der Vater meines Gastgebers sich bereit erklärt, mich wieder zurück an den Punkt in Glyfada zu fahren. Es ist ein sonniger Start in den Tag, von dem ich weiß, dass der Tag mit Gewittern und heftigem Regen enden soll, so die Wettervorhersage. Mein Gastgeber bemüht sich weiterhin liebevoll um mich, das Frühstück ist ausladend und gut, er gibt mir noch seinen Stempel in die Pässe. Auf der Fahrt spreche ich mit seinem Vater. Er ist ein abgeklärter Grandseigneur. Er hat ein inneres Feuer.Was in ihm gebrannt hatte, das war das Thema für den Tag, das Feuer.Mit Feuer verbinden wir so viele Themen, es ist ein Dauermerkmal, dass alles seine zwei Seiten hat. Das Feuer, das in jemandem brennt und diesen vorantreibt, dass ein Strahlen durch die Augen entstehen lässt. Ein Feuer, das wärmt, um das Menschen sich herumscharen, um sich daran zu wärmen, aber auch zu gruppieren, wodurch das Wärmen aus dem Feuer, aber auch aus dem Austausch entsteht, das Feuer, das nutzbringend Nahrung zum Kochen bringt, das Feuer, das das Licht in die Dunkelheit transportiert. So wie das Feuer, das stresst, ein unkontrollierter Brand, vernichtet Häuser, vernichtet Ernte, vernichtet.Wo gibt das Feuer von Feuer zum Feuer? Hat es etwas mit Absicht zu tun? Hat es etwas mit Eingriff zu tun?Ich glaube, es ist ein schmaler Grat, wo das lodernde Feuer Wärmehilfe und teilweise auch Reinheit spendet, dann aber umkippt, überschlägt und damit zum Vernichten in verheerenden Feuern wird, viele Brände sind die Folge eines vernünftig gelegten Feuers. Sicherlich sind einige auch mit Absicht als Vernichtung gelegt.Brannte uns nicht das Feuer im Herz ist eine bekannte Stelle, die daran erinnerte, dass in dem Augenblick, wo die Emmaus-Jünger mit Joshua auf einem Spaziergang zu Pessach zusammenkommen, von der berührenden, menschlichen, inspirierenden Art befeuert und begeistert wurden.Aus diesem befeuern und begeistern ist auch das Bild zu Pfingsten der Feuerzungen, des Geistes, der über die Menschen kam gut zu verstehen. Aus einem inneren Feuer heraus mitreißen, begeistern, bewegen.Wenn du begeistert bist, dann trägst du dieses Feuer in dir und möchtest es teilen. Dabei möchte ich nicht reduzieren auf ein spirituelles Glaubensthema sondern ein inneres Feuer. Wenn du für eine Marke als leitende Kraft tätig bist, dann bist du der Fackelträger dieser Marke. Du lebst dafür und stirbst dafür; so ist die pathetische Formulierung. Für etwas brennen. Es ist so etwas wie die innere Maschine, der Motor.Das Feuer hat oft in den verschiedenen Religionen einen reinigenden Charakter, womit ich den Bezug zum gestrigen Tage habe, dieses Kochgeschirr kann für die Vorbereitung zu Pessach nur durch Feuer befreit werden, vom Unrat. Daher ist auch das entzünden des Lichtes, nicht das Betätigen des Lichtschalters, sondern der Kerze, wenn möglich in dem etwas entzündet, und damit entflammt wird. Kleines Feuer. Nicht umsonst sagen wir auch, wir tragen lieber das Feuer weiter als die Asche. Nicht das verbrannte und vergangene, sondern das lebende, inspirierende und für die Zukunft gestaltende.Natürlich kann ich mit meiner Affinität zur Musik nicht umhin auf entsprechende Themen zu schauen wie zum Beispiel der Feuervogel. Hier liegt ja schon fast das vorhin genannte Zitat wieder in der Luft, der Phoenix aus der Asche. Das neue werden. Eine Metapher, die schon unglaublich breit in den asiatischen Strukturen unserer Vorstellungen vertieft ist. Durch manche Wälder muss ein Feuer rasen, um es zu reinigen, um es zu befreien, um es zu erfrischen; danach sprießt es vorbildlich, auch wenn der traurige Zustand zunächst betrübt.Und traurig wird es, wenn jemand einfach nur brüllt: Feuer! Das ist das Signal zum Abfeuern von Gewehren, Kriegszustand, Exekution, todbringend. Du musst schon genau hinhören und schon genau hinsehen, um zu sehen wo Feuer wohlbringend belebend oder todbringend, zerstörend ist.Zum Thema Feuer eine der bemerkenswertesten Opernaufführungen die ich erlebt habe: Chowanschtschina im Bolschoi-Theater im Jahre 1982. Zum Schluss brannte der Kremmel auf offener Bühne, mit einem gigantischen Feuer, Bühnentechnik vom feinsten, Rätsel für mich noch immer.Und wenn wir davon sprechen, dass das Feuer frisst, bekommt es eine eigene Lebenswirklichkeit. Und wenn das Feuer erlischt, dann ist es nicht nur gelöscht, durch mangelnde Nahrung und mangelndem Sauerstoff, wenn, dann geht auch dieses Licht aus, es wird dunkel. Und wenn etwas befeuert wird, dann wird etwas zugeführt, Nahrung für das Feuer, damit es sich entwickeln kann. Wenn es feurig schmeckt, dann brennt es im Mund und manchmal noch ein zweites Mal. Ist es wirklich dann das Feuer?Wenn das Feuer nichts verbrennt, was ist das dann? Der brennende Dornbusch. Ach ja: wenn es um das Feuer vom Himmel geht, dann ist das schon ein tolles Bild aus dem Elias. Musikalisch natürlich von Mendelssohn- Bartholdy lebendig befeuert.Eine Frage: sehen wir eigentlich das Feuer? Oder sehen wir nur die Folgen von Feuer? Die Asche, die Flammen, das Schlängeln der Flammen? Vielleicht sehen wir nur, dass etwas transformiert wird, vielleicht ist Feuer ein Synonym für Transformation.Wie schon gestern führt der Weg zwischen dem Meer zur Rechten und den Bergen in 30-50 km Entfernung zur Linken. Das Gefühl durch diese große Ebene zu laufen, ist sehr angenehm, weite Sicht aber gleichzeitig auch nur durch das ein oder andere Gebüsch und vor allen Dingen die Elektroinstallation in der Luft mit Raum haltenden Strukturen gebunden. Die Straße ist leer, Verkehr gegen null, Begegnungen keine. Ich bewege mich durch das osttrakische Naturreservat, gefühlt ist hier wirklich viel Natur.Plötzlich hällt neben mir auf einer leicht abschüssigen Straße ein dunkelroter Pick-up Truck an, die Fensterscheibe geht herunter, das Blinklicht ist eingeschaltet, ein freundlicher Herr, schätzungsweise Anfang der achtziger Jahre begrüßt mich: wohin des Weges?Er erklärt, dass sein Deutsch gelitten hat, weil er es nicht mehr anwendet, aber es ist noch sehr ordentlich. Bietet mir eine Mitfahrgelegenheit an, aber ich betone, dass ich laufe, frage nach, wie ich von Maroneia weiterkomme und er betont, kein Problem.Dann erklärt er mir die aktuelle Situation des Landstriches, durch den ich laufe, die Lebenssituation, seine Einschätzung, die Sorgen, die er damit verbindet, er hat Sorge vor einem möglichen Krieg, einen Angriff durch die Türkei, dass dieser Landstrich dann einfach vereinnahmt wird, es ist ein Handstreich, dies zu tun, kein großer Aufwand. Mangeldes Interesse seitens der Bevölkerung, die nur dumpf vor dem Fernsehen im Sessel döst, mangelndes Interesse, der in Athen sitzenden Regierung, mangelndes Interesse von allen andern. Zudem wird es doch überall brodeln: Armenien, der Irak, sei es der Iran, sei es die Türkei. Und wie sich USA und Amerika verhält, da kommt ein skeptisches … wieder freundlicher wünsche ich ihm eine gute Fahrt und er mir einen gesunden sicheren Weg.Kurz vor einem nicht bebrückten Übergang eines breiten Flusses interessiert sich die Polizei für mich, hielt an, öffnete das Fenster und fragte, woher ich komme und ob ich alleine bin, wo ich hin will und erstaunt über die Antwort zu Fuß, ließen sie mich freundlich beeindruckt weiterpilgern.Da fas Wasser ziemlich wild ablief, da werde ich mal besser Schuhe und Strümpfe ausziehen und dort einsteigen. Es ist eine Unbekannte.Ich hab das Hindernis gemeistert, schon mit etwas Aufregung, da der Beton unter der Wasseroberfläche leicht glitschig ist, durch den Auftrag grüner, nasser Algen und andere Arten von Pflanzen, kurz eine hohe Rutschinstabilität, versprach Spannung, zudem war die Strömung viel stärker, als ich mir das vorgestellt habe. Jetzt habe ich eine Vorstellung von der Kraft von Wasser und der Kraft zum Antrieb eines Laufkraftwerks. Due Dimension eines Tsunamis muss exorbitant beängstigend gewaltig sein.So komme ich auf einen Ort zu, sehe den vor dem Ort liegenden Friedhof, die ortsständige Kirche, die Ruhe, die sich über das Ganze ausgebreitet hat und trotzdem eine sehr gewisse Lebendigkeit, aus der Farbe der Fenster, in den Türen, ohne Menschen. Ich denke mir, es ist ein ewiges Wandeln, Werden und Vergehen, essen, trinken, reden, gebären, groß werden, essen, trinken, lieben, sterben.Der Ort hieß Imereas.Langsam komme ich wieder ans Meer. Vögel singend begleiten, ich habe zwei Schildkröten schnell in den See plumpsen sehen und beobachte dieses Naturreservat, einfach, friedlich, nicht wissend, was friedlich unter den einzelnen Tieren passiert. Das ist ein typisches Klischee, das Naturreservat, so eine Vorstufe des Paradieses, wo alle miteinander das Leben respektieren. Dabei vergessen wir, das, wenn Menschen das Leben leben, dies das Leben des anderen kostet.Kostet daher das Leben aus? Koste es, was es wolle? Selbst das seelische Leben? Lebe.Und dann hab ich eine Pause auf Einladung eingelegt. Eine Gruppe junger Männer unter Anleitung einer sehr freundlichen Hilfe lud mich ein, auf ein Glas Wasser, austauschen zu verschiedenen Themen, wie Merkel, Griechenland, Skopja, seine und meine Sichtweise, und die Türkei! Klare Sicht, klare Haltung, stolz auf seiner selbst, auf sein Land, bei dem Verhältnis von eins zu acht von Griechenland zu Türkei in puncto Bevölkerung, da hat er mit seinen Jungs keine Angst vor einer möglichen Konfliktsituation, beeindruckend. Trotz wirtschaftlicher Einbrüche in den letzten Monaten sehr zuversichtlich; auf eine hoffentlich gute erste Badesaison.Der Weg pendelt im wesentlichen in der Nähe des Meeres, mal mehr, mal weniger ins Land, mal mehr mal weniger, beruhigend und angenehm, fast kein Verkehr, kaum Menschen, viel Vogelgezwitscher und trotzdem ganz liebenswerte, fröhliche Menschen, große Gastlichkeit.So nähere ich mich Maroneia, werde mich dann dem Feierabend hingeben. Halt, vielleicht ist es eher ein Feuerabend, das Feuer in der Seele wirken lassen. Das innere Feuer ist sehr wichtig.

      • May 28, 2021

  6. Fcl went for a hike.

    May 27, 2021

    06:27
    20.3 mi
    3.1 mph
    400 ft
    425 ft
    Fcl, christian and 37 others like this.
    1. Fcl

      An meiner Unterkunft gestern wurde ich sehr warm und höflich in Empfang genommen. Ich war der einzige Gast. Und wie sich heute Morgen aus dem Gespräch herausstellte, waren schon lange nicht mehr viele Gäste da. Die Krise hat mächtig an der Substanz des Hauses gefressen, dabei ist das Haus selber in einem tadellosen Zustand; aber die Liquidität, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, ist richtig weggeschmolzen. Und dennoch, der Chef des Hauses hat eine starke, innere Haltung, er fühlt sich dazu verpflichtet, in seinem Bereich seinen Dienst zu verrichten, bestmöglich zur Freude seiner Gäste.Stolz erzählte er mir, das sein Vater aus kleinen Anfängen das Anwesen aufgebaut hat, in Porto Lagos. Das Haus liegt praktisch am Übergang vom Binnensee Vastidinas zum Bereich des Mittelmeeres. Der Strand liegt keine 100 m weg. die Heilwirkung des Wassers ist berühmt, heiße Quellen sprudeln in der Nähe aus dem Boden, eigentlich ein kleines Paradies.Aber in diesen Zeiten nahezu verwaist, einzig die Mücken zahlreich sich entwickeln können, bleiben tolle Gäste.Von hier mit einem Taxi irgendwohin zu kommen, ist eigentlich nur teuer, so sagt er, beachtlich abgeschieden. Es gäbe keinen Willen, ja einige Kräfte würden es bewusst nicht fördern. Das wahre Leben.Er verspricht mir, für den nächsten Morgen - also heute - einen Fahrservice zu organisieren, mit irgendeinem Freund oder Bekannten, der mich dann wieder zum Startpunkt bringt.Spät abends, es war schon kurz nach zehn, ging mein Telefon und er meldete sich. Ob ich schon um 7:00 Uhr frühstücken könnte, denn er hätte für 7:30 Uhr einen Fahrservice. Ich stimmte natürlich zu und es gibt nichts schöneres als sich gegenseitig entgegenzukommen, um die Interessen aller zu wahren und auch die Lösungen zu finden.Als ich dann heute Morgen in den Frühstücksraum kam, war doch schon ein sehr wohl gekleideter, älterer Herr zu sichten. Noch konnte ich mir keinen Reim darauf machen, aber das Rätsel löste sich, es war der Vater, der dieses Anwesen von kleinen Anfängen aufgebaut hatte. Er war selber bereit, mich auf seinem Weg nach Xanthi mitzunehmen. Hier in der Gegend, in Abdera, ist 460 vor unserer Zeitrechnung Demokrit geboren worden. Ein Philosoph und naturwissenschaftlicher Denker der Extraklasse. Weil er von sich selber behauptete, er wäre wahrscheinlich in mehr Ländern als alle anderen Menschen gewesen und hätte damit einen tieferen Einblick, als viele andere gewonnen. Bis nach Babylon war er gereist, war in diesem Kulturkreis, hat diese Wissensbasis aufgenommen. Er hat ein erstes Modell von Atom, kleinsten Teilchen und Bausteine sowie eine Vorstellung von Molekülen. Atom-Modell in einer materialistischen Form hat er zu Ende gedacht, für die damalige Zeit revolutionär und auch heute 2.500 Jahre später, immer noch unvorstellbar detailliert und nahe an dem, was wir als Vorstellung heute von dieser Welt haben. Ich kann nur empfehlen, sich mit Demokrit intensiver zu beschäftigen, selbst wenn die vielfältigen Quellen, die er ursprünglich selber verfasst und geschrieben hat, nur noch spärlich vorhanden sind.Das Thema, mit dem ich mich heute beschäftige, ist eine Verneigung vor diesem wunderschönen Land in einem griechischen Begriff, die Katharsis. Vereinfacht übersetzt:
      die Reinigung.
      Die Selbstreinigungskräfte der Natur haben als Begriff sich mir als sehr jungem Menschen eingeprägt. Sie wurden vor fünfzig, sechzigJahren mantraartig gesagt. Das Bild, was sich damit manifestiert hat, wir können mit der Natur fast machen, was wir wollen, sie kriegt das schon hin.Ich weiß, das ist übertrieben, aber es ist eigentlich unwichtiger. Für viele Verhaltensmuster, die wir Menschen an den Tag legen. Tatsächlich kann die Natur Stoffe,die aus der Natur in die Natur kommen, auch wieder so zerlegen, dass sie unschädlich für diese Natur sind. Da sind wir schon fast bei Demokrit, wo das Zerlegen in Atome eines der wesentlichen Elemente seines Denkens war. Die Natur ist von daher in der Lage, alles wieder aufzuarbeiten. Betonung: Was natürlicher Stoff ist. Daher ist es immer wieder erstaunlich zu sehen, wie ein menschlicher Körper, der aus solchen Strukturen besteht, so lange er lebt, durch einen Zauber in sich gehalten und abgegrenzt lebt. Mit der Verwesung zerfällt diese Körperschale und alle Bestandteile wieder, um in den Kreislauf dieser Natur zurückzukehren. Leider gibt es Stoffe in dieser Welt, die nicht urnatürlich sind. Das wird sogar mit einem Wort belegt, das zum Ausdruck bringt, dass es eben anders ist, die Kunststoffe.Ihre Verwesungs- und Zerlegungsdauer ist deutlich länger als die der natürlichen Stoffe. Der Mensch hat eingegriffen, hat ein bisschen zauberkraftmäßig hineingewirkt, in dieses Prinzip der Schöpfung. Großteil unserer heutigen Umweltschäden liegt im nicht Verstehen, was denn wirklich die Selbstheilungskräfte der Natur sind. Wir überfrachten, überfordern und überlasten die Leistungsfähigkeit der Natur mit unendlicher Lust, uns zu verwirklichen.Die Reinigung ist auch eine Reinigung der Seele, des Körpers, des Geistes. So gibt es das Bild, dass die Seele auch bekleidet ist, dass die Seele auch eine Reinigung der Kleidung braucht. Mit diesem Bild ist die Katharsis vielleicht viel besser umfasst. Sich innerlich geistig reinigen. Es ist ein aufpolieren vielleicht aber erst mal ein säubern. Es ist vielleicht ein sich in reinigen.Alleine der Begriff Reinigung kommt bei uns mit Zusätzen vor wie chemisch. Hier wird überdeutlich, es wird nicht mit Wasser gereinigt oder mit Feuer oder mit Luft, sondern mit einem Zusatzmittel, Chemie. Das sind die heutigen Möglichkeiten des Reinigens. Wasser, Feuer und spezielle Riten wie die jüdische Mikwe. Im jüdischen Denken und im jüdischen Glauben ist die Reinigung von dem unreinen das wesentliche.Die Taufe der Christen läuft unter dem Synonym des Reinwaschens von der Erbsünde, der Ursünde. Es ist das Aufnehmen des Menschen in die Gemeinschaft der Christen. Eintauchen und untertauchen sind die damit verbundene Begrifflichkeit. Es ist kein Waschen mit Seife, sondern es ist das Vertrauen auf die Selbstreinigungskraft, ja und die innerliche.In Corona Zeiten denken wir an das regelmäßige Waschen der Hände, lange genug mit Seife, genug und anschließend gut abtrocknen, vielleicht noch eine Desinfektionsflüssigkeit in die Hände nehmen. Innerlich werden wir dadurch nicht rein aber äußerlich sauber.Was ist ein reinigendes Gewitter? Hat die Spannung sich entladen? Wird ein Konflikt aufgelöst? Oder wird schlichtweg nur die Luft von Staub und anderen Ballaststoffen befreit, so dass sie wieder richtig angenehm frisch, erlebbar und genießbar ist?Reinigen ist, sich frei machen von einem Makel, reinigen ist nicht etwas ungeschehen machen, sondern zeigen, dass du es auch besser kannst. Das ist im Prinzip ein Weg zur Vervollkommnung, ein Weg des Aussteigens, ein Weg des Lebens. Auch ein Weg mit immer wieder erneut dem Versagen. Der fehlerhafte Mensch, der zu den Sternen strebt, zum Licht.Es erinnert mich an den Begriff des blinden Fleck, den ich ja ausgeweitet habe, wegen des bösen blinden, tauben, gefühlsblauben Fleck, Seefunktion, Hörfunktion und Gefühlsfunktion, stellvertretend für alle Sinne. Dieser Fleck ist ein blinder, nicht sehen und nicht in der Lage, wahrzunehmen und daraus Schlüsse zu ziehen, aus diesem Fleck, dann müssen wir daran arbeiten.Gerade noch davon gesprochen, dass das Waschen doch eine reinigende Funktion hat. Und wie verhält es sich dann mit dem Satz: eine Hand wäscht die andere? Ist das so eine Art gegenseitige Absolution oder was man Gentleman Agreement nennt oder versuche ich nicht das Gute sondern nur das vielleicht nicht so gute zu sehen? Merke, hier beginnt der Tag.Wir wissen doch, wie sehr wir der Reinigung bedürfen und ihr auch folgen wollen, wenn wir allein an die vielen Ernährungshinweise denken. Der reinigende Tee. Wo die Giftstoffe aus dem Körper heraus getrieben werden sollen. Das Heilfasten. Dass die Möglichkeit bietet, durch eine Entschlackung des Körpers sich frei zu machen und zu entgiften. Wie kommen diese Giftstoffe in uns hinein? Wie entgiftet sich die Natur?Ich merke die reinigende Wirkung auf meinem Weg durch die Felder hier in Nordgriechenland. Die Blicke schweifen weit, ich fühle eine innere Zufriedenheit, es ist für mich ein Indiz, dass zur Ruhe kommen, das in sich ruhen.Vielleicht darf ich sagen, das wandern verbrennt den Unrat konsequent in dir.Spielt die Begrifflichkeit des reinen Toren in Parsifal nicht die entscheidende Rolle? Der, der praktisch noch völlig unbefleckt, ohne Makel und somit kindlich, naiv, unschuldig ist?Und heißt es nicht in der christlichen Bibel: Maria Blieb die reine Magd? Auch hier die unbefleckte. Daher vielleicht auch die unbefleckte Empfängnis? In die Welt gekommen ohne Makel? Interessante Gedanken, für mich.Bei dem Unterschied und den Inhalt von rein fühle ich mich gerade erinnert an das Missverständnis des englischen Begriffes Lean aus Lean Management. Nein, ist nicht rein sondern sauber, Lean ist nicht fettlos sondern muskulär.Auf dem Weg komme ich über Porto Lagos zu diesen beiden Kirchen im See. Besuche sie, sind wie Pfahlbauten aufgesetzt, eine Kirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, die Innenausstattung mit Stationen aus dem Leben dieses Schutzheiligen für Seefahrer, Handelsreisenden und wen weiß ich was. Zentral ist zum Ausgang hin ein Gemälde des Verstorbenen mit den umstehenden Würdenträgern. Noch etwas weiter in den See hinein ist dann noch eine besondere Kapelle, die im weitesten Sinne eine Niederlassung des Athos ist, zugänglich. Das schönste Erlebnis für mich: es gibt einen Stempel mit einem kleinen Wechsel von Ideen und Fragen.Die Sonne steht hoch heute, ist noch ein schöner, sonniger, warmer Tag, morgen soll es etwas abkühlen und vor allen Dingen eine Hundertprozentige Abkühlung in flüssiger Form geben.Dann wollte ich eine kleine Abkürzung nehmen, wunderbar, rechter Fuß etwas feucht, linker Fuß, hebe das Bein und der Schuh ist steckengeblieben. Linker Fuß war ohne Schuh. Ich war in ein richtig schönes, tiefes Moor getreten, Schuh war in einer schwarzen Paste. Es klebt alles, die Hände voll, alles voll und ich wollte telefonieren, kleines Chaos, interessant, wie gelassen ich es trotzdem immer noch nehme. Für mich: ich sehe aus wie ein kleiner Dreckspatz.

      • May 27, 2021

  7. Fcl went for a hike.

    May 26, 2021

    06:37
    21.8 mi
    3.3 mph
    425 ft
    425 ft
    Fcl, ᒍÖᖇᘜ ᗩᗪᒪᗴᖇ and 37 others like this.
    1. Fcl

      Where am I with my thoughts this morning? I feel like I'm not here, not with me. I'm not in this wonderful, sunny area. I don't really see the many poppy blossoms that, after all the days of sunshine, are now falling far beyond their blossom.A light haze lies over the fields, the mountains in the background are in a light veil.Where am I with my thoughts? Is it my feet, my legs, the small lesions on my feet, the blisters, isn't there something chafing again?Restlessness, a little more and that worries me. Because I'm here in peace, I move, I can go my way, I can develop, my thoughts move, I wallow less. Still, where am I with my thoughts?Maybe it's because I already decided on a topic yesterday. Maybe I'm not really ready to just go into it today. Am i in my way A picture?Well, the subject: snakes. The taxi driver in Stavros told me that there are queues, there are a lot of queues, that at this time of the day they can react in an uncontrolled manner when awakened by the sun. I recorded it and, to put it simply, saved it. I have since seen two dead snakes, both rotting on a street, and a third living snake winding quickly away from my feet.In my mind, the snake is an extreme, simply spoken digestive tract, in the front, out the back. I know snakes are many, I know there are different forms, with different forms of defending themselves, of poison are choking. But we subsume them under the term snake.If I look at it to the extreme, then man is a being built around a snake, like the shape of the snake in us from the throat to the entire digestive tract and the intestines to the point of excretion. Perhaps that is why there is such an image of a snake in us? Especially because the serpent was so consistently linked with evil. The other that is against me, in me.Let's start from the beginning: the snake is a living being, just as created as any other. The question to be asked here is what this being is for and what can it show us?You move on the plain, partly hanging on the trees, so you can shimmy and move across larger spaces. The snake has found a deep entrance in our general usage, just a few examples: you snake you. The car snake, standing in line, snaking your way through, contortionist, the snake in the creation account, the snake K in the jungle book, the snake as a sign of Asclepius, the queue, the serpentine.It would lead too far to look at each term again for the deeper content, but it is striking that the core feature is the elongated basic shape of the snake that moves like a fine chain. Another thing that we have in common is that the snake also has healing properties. How much of the theses of Theophrastus Bombastus Paracelsus was already anticipated by the cult of Asclepius in Epidaurus, which decides the dose about what poison and what medicine is. Approaching the queue without prejudice leads to honest dealings.The snake has no arms and no legs, it moves. The arm cannot put the serpent embracing anyone, but it can still feel, loop around and loop through itself.The snake offers order and continuity on the curved, not straight path; the snake man is so agile that he can figuratively bend his bones for us. We don't want to bend in the process, we always want to show our backbone, but this too has flexibility.Will I still see a snake today?So coming out of my mind, I feel better. I ran a bit free but also did a bit free. The snake gets a distinctly likeable side.In the plain, the path meandered through meadows, fields and pastures. My head was guided so that, like the head of the snake, I could feel the whole horizon, sometimes the mountains, which were a little flatter in several layers, and then the prominent one with the white structures, which is strongly in the process of degradation, for the third time the one that stood in front of me like a double point, like a crown or also like a mutilated trident of Poseidon, in between different green, sometimes a lot of reeds with passages as if I were walking through the sea of reeds and on the other side already mown meadows and also cornfields.To let your head meander through the serpentine in the plain and just take it in was a nice experience.

      translated byView Original
      • May 26, 2021

  8. Fcl went for a hike.

    May 25, 2021

    08:10
    22.6 mi
    2.8 mph
    825 ft
    800 ft
    Fcl, ᒍÖᖇᘜ ᗩᗪᒪᗴᖇ and 33 others like this.
    1. Fcl

      The moment, not used, there was a reason, apart from the necessary care of my feet, there was a very good breakfast that I could eat on my little balloon. Of course, all the things have happened to me that keep happening. Example: I put the knife down on the salad bowl and for whatever reason, it slips and has landed three floors below. During the night, the blister on the left heel eased and the liquid drifted into the bed sheet. Actually, none of these were nice topics for the beginning of a day and yet I was relaxed and happy.I don't come out of the front door until 9:00 a.m. in Kavala, significantly later than usual, but in no hurry or hurry to make my way in peace. The moment is right, there is still the keyword for the day ahead of me. Favor, I'll think about it.First I go to the harbor, see how well developed some parts of the city are and then the mountain calls up to the churches where everyone is worshiped today, with festive robes, on a Tuesday.The ascent via the stairs are steep steps, significantly higher than in Germany. Back at the sea, I come to the area of the fortress with the Roman and Byzantine impression. I immerse myself in the old world of the Byzantines, with a number of Muslim buildings, including a mosque, at the same time there is a church of Panagia, from the old part of Kavala, on top of this fort. I go down the mountain again, one last look at the aqueduct and now it goes along the country road with a view of the sea. always on guard, cars on two lanes, sometimes a bit narrow, but everything is OK.Perhaps I should now think about the favor that I may have been granted to walk this path at all. As it is said, is granted.In favor of favor I remember: favor, favorite, cheap, maybe also indulge and, above all, the Joseph von Eichendorff song as a special feature: 'Whom God wants to show real favor, he sends him into the wide world.'Enjoying this favor, even if I am on a path that is today at least largely shaped by traffic, exactly at the moment when I hold it, a truck stops next to me, with an older man, a young driver and on the In the middle seat, a little bit raised, is a woman who has a chat with me and points to the right path, the Via Egnatia, which from her point of view would be the right path for me; very amiable, concerned and in a very distinguished, fine way. Compliments.Showing favor is what is called a favor in English. Is it a prefer? When I go shopping, there may be a price reduction, a discount, which is for example a cash discount with a discount, or a loyalty discount or a current 20% discount on everything. Cheaper, that has something like prefer, cheap is then not cheap and not because cheap is only the price the decisive criterion and cheap is the good worth its price and cheap is the preference that I want to buy it, this in itself beautiful product at a great price.The favorite at court - the favorite - was the one who was particularly close to the ruler. Had a big stone in the board, we would say today, could possibly afford a lot. Taking some liberties that others weren't allowed to. As a favorite, you had a little more freedom, a little more leeway, a little more luck.If it has to do with indulgence, then it is something that may come from the heart, not just great benevolence, but a kindness.However, favor may also have something like a ranking. That is, he was highly favored. Possibly there were degrees of favor, a ranking of favorites. The question is whether objective criteria or subjective criteria, affection or calculation are the drivers, whether as a minion you have not been turned into a puppet. An exciting field.Once again I come to an impassable place on my way. The stretch in front of me would lead through a refinery, so not something small, not even something that came out of nowhere with a little snip; There is of course no passage here, but I don't want to go all the way back to the street now.So I walk around the facility and come to the places that are not superficially accessible, where cloudy water is drained that cannot be identified; such a yellow mass lies next to the plant, like phosphorus or sulfur. In addition, across from the canal, a bad rubbish dump stinks, illegal, it's sad. Responsibility? Criminal my impression.

      translated byView Original
      • May 26, 2021

  9. Fcl went for a hike.

    May 24, 2021

    08:11
    22.2 mi
    2.7 mph
    1,025 ft
    1,400 ft
    Fcl, Klaus and 30 others like this.
    1. Fcl

      Das Thema liegt doch in Griechenland auf der Hand, Geschichte. Und so ist das die Frage: was ist Geschichte? Was ist eine Geschichte?Geschichte erzählt Geschichte und Geschichten. Geschichten erzählen Geschichten und Geschichte. Ist einfach klar was was ist?Wenn ich mir das Wort anschaue, es lese, ich schlicht als erstes natürlich denke an ‚Schicht im Schacht‘, ein fester Begriff. Aber es ist eher das Schichten. Das Übereinanderlegen von Ebenen, das Übereinanderaufbauen von Strukturen, vielleicht ist es sogar die historische Blockchain. Geschichte wiederholt sich nicht, dennoch können wir aus der Geschichte lernen. Lernen wir aus der Geschichte? Es ist erstaunlich wie wenig wir tatsächlich aus Geschichte und aus Geschichten lernen, wir hören Sie uns an, wir sehen Sie uns an, bestaunend, verärgert, beeindruckt, was immer gerade zu der Geschichte passt. Geschichte ist, das hat schon das Ge ausgedrückt Vergangenheit, ist damit immer abgeschlossen. Geschichte wirkt ins Jetzt, sehr lange und nachhaltig.Ein Beispiel ist die Übertragung der Vorstellung, dass der Apostel Paulus ein Christ war. Daraus abgeleitet, musste er mit seinen Besuchen in Europa natürlich auch christliche Gemeinden gründen.Paulus war einen durch Gamaliel exzellent ausgebildeter Jude und blieb Jude! Er beherrschte seine Kunst der Bibelauslegung. Wenn du die Stellen im neuen Testament sorgfältig liest,wirst du feststellen, dass Paulus von seinem jüdischen Glauben nie Abstand genommen hat. Er ist auch nicht bekehrt worden, sondern berufen worden, berufen den messianischen Gedanken in die Welt zu tragen, wir könnten stundenlange Gespräche dazu führen und es geht nicht um das Recht haben oder das besser wissen, sondern um das daraus resultierende Schichten von Geschichte.Wenn an einer Ausgrabungsstelle oder an einem Kloster oder an einer anderen Stelle angemerkt ist, das im Jahre 49 unserer Zeitrechnung shaul/Paulus hier zum ersten Mal europäischen Boden betreten hat, dann ist das so richtig. Wenn dort gesagt wird, dass er damit das Christentum nach Europa gebracht hat, so ist es schon ein interpretatorischer Raum. Wenn es oft genug gesagt wird, wird es Wirklichkeit.Ich hab es ja schon auf meiner Wanderung nach Santiago de Compostela erlebt, als ich an den Ort der Schlachten von Tour und Poitiers mich einfand. Die Rezeption der Geschichte dieser Schlachten ist sehr stark auch geprägt vom jeweiligen, zeitlichen Umfeld, der Betrachtung dieser Geschichte.Für mich eine der schönsten Beispiele für das Schichten von Geschichte ist Troja. Wie oft habe ich es gehört, Schliemann hat ausgegraben, aber die falsche Schicht als das historische Troja des berühmten Krieges identifiziert. Ich kann das nicht beurteilen. Ich bin angewiesen auf andere, die das können, das mit so viel Sachverstand und Ruhe, Aufgeklärtheit vornehmen, das es so nah wie möglich an der wirklichen Geschichte liegt.Der Diskurs über die Ereignisse, der Diskurs über die Bewertung braucht daher die kritische, offene Diskussion, eventuell auch den einen oder anderen Perspektivwechsel. Wenn Ereignisse bezogen werden auf etwas, was zum Beispiel in Europa passiert, wird oft gesagt, es war nach dem zweiten Weltkrieg. Man könnte auch sagen, es war nach dem Ende der braunen Brühe. Jeweils würde eine andere Gewichtung und Betrachtungsweise entstehen.Für die Einen war das Ende des Krieges verbunden mit dem Begriff Kapitulation, für die Andern war das Ende des Krieges verknüpft mit dem Begriff Niederlage, für wieder andere war dieser Begriff Ende des Krieges belegt mit der Wertigkeitsbefreiung. Faktisch war es nur das Ende eines Krieges.Dies klingt so schnörkellos nüchtern, nahezu kalt. Das war auch ein Teil der alten Unterrichtsmethode Geschichte, Jahreszahlen, Orte, Zeiträume. Aber es geht auch um die Fragestellung der einzelnen, persönlichen Geschichten, die dem ganzen ein Gesicht geben. Zusammenhänge aufzeigen, die verstehen lassen, wer wie betroffen war. Konstellationen vermitteln, die zeigen, welche Interessen aufeinander stießen und mit welchen Mitteln diese verfolgt wurden. Hier liegt die Chance des Lernens, die einen zum Penetrieren, die andern um vorausschauend zu wissen, was dies bedeuten könnte und wir wieder, um der Gefahr Herr zu werden; das ist Geschichte, die sich eh nicht wiederholt, dennoch wiederholt. Da liegt genau der Reiz: Geschichte selber wiederholt sich nicht, aber die Mechanismen, wenn Du Sie durchschaust, sie kommen immer wieder.Daher bietet sich das Bild der Schichten sehr wohl an. Um zum Kern zu kommen, muss man die Schichten abtragen. Ist das nicht eine wunderbare Aufgabe für uns, zum Kern zu kommen, zur Wurzel? Dieses auf der Suche treibt mich. Es tut gut WurzelVorschuss zu sein, wissend, dass nicht wissend, Geschichten Geschichte und Geschichten Geschichte sein kann.Auf dem Weg Richtung Philippi von meinem Start in Agios Christophorus komme ich über eine Brücke an der ein kleines Wehr und ein gigantisches Biotop mir den Klang von Fröschen und Vögeln schenkt, zu einer großartigen Symphonie für Menschen, die Akustik ist wie im Konzertsaal schön, hat mich berührt, mir nahegegangen.Durch die Felder führte der Weg, große Felder mit unterschiedlicher Pflanzung, dazwischen große Bewässerungskanäle und überall wurde mächtig Wasser gesprengt.Es ist eine große Ebene zwischen der Gebirgskette zur Rechten die zum Mittelmeer hin steht, Pangeo, und zur linken, an der das Skigebiet sich befindet. Es ist ein himmlisch paradiesisches Gebiet und ich laufe langsam auf Philippi zu, sehe schon den Burgberg, die Akropolis.Als ich zur Straße kam, bot sich mir zur rechten Hand unter einem Baum ein besonders einladendes Plätzchen. eine hölzerne Bank, ein steinerner Tisch sowie ein Plastikstuhl sagten: Frieder, Ruhe Dich einen Augenblick aus.Ich habe die Einladung dankend angenommen, in den Schatten gelegt, nach ungefähr zwölfeinhalb Kilometern einmal durchzuschnaufen, etwas zu trinken, kurz die Beine hoch zu legen und auf die Tour zu schauen.Neugierig näherte ich mich der ersten Landmarke, wo es irgendetwas mit Moor und Bad geben sollte. Ich kam in die Nähe und sah, wie eine Frau eine große Plane über die Straße hin und her schob, offensichtlich mit irgendwelchen Abfällen auf der einen Seite beladen, auf der anderen Seite entladen. Sie sprach mich an, mit einem fröhlichen Lächeln und bot mir ein Glas Wasser an, ich konnte nicht ablehnen und ging mit ihr in das Gelände; kurze Zeit später kam die Leiterin der Anlage dazu, die 16 Jahre in Leonberg gelebt hat und ein tadelloses Deutsch sprach.Das Gespräch zwischen Englisch, Griechisch und Deutsch drehte sich um wie ich hierher gekommen bin und natürlich was es hier besonderes gibt. Es ist ein Moorbad, mit großer heilender Wirkung, wozu viele Leute anreisen, aus nah und fern, auch aus Deutschland. Mir wurde das Bad dann auch kurz gezeigt; gepflegt, charmant, angenehm, gelungen.Mein Rucksack wurde voll gepackt mit Verpflegung für den Tag und vielleicht auch den nächsten, ich hab mich gefreut, bekam noch einen Kaffee mit Milch und Zucker und vor allen Dingen, Eis in das aufgewärmte Wasser. Es war einfach einladend und aus dieser kurzen Erlebnisaufnahme sehr zu empfehlen.Ich näherte mich dem vor mir liegenden Berg, dachte ich wäre jetzt zunächst in Philippi, stand aber in der Nähe der aus christlicher Sicht ersten Taufe auf europäischem Boden durch Shaul/Paulus. Die heilige Lydia. Das bemerkenswerte ist, dass die Christen dies als Taufe unter christlichen Aspekten sehen und dabei unter Umständen vergessen, dass erstens Paulus Jude war und blieb und zweitens auch Jesus/Joshua getauft wurde, bevor er Christ war, als Jude von Johannes dem Täufer. Es ist ein Reinigungsbad im Sinne von sich in das Tauchbad bewegen die Mikwe, eine Tradition die urjüdisch ist und nicht unbedingt sofort das Thema einer christlichen Taufe für sich beansprucht; ohne darüber nachzudenken, wiederholen wir das uns gesagte und nehmen es als gegeben. Und ich betone, ich will hier nicht Besserwisser sein, sondern einfach meine Sichtweise teilen. Danke.Nach der Besichtigung des archäologischen Museums zu Philippi, mit einigen Besonderheiten, die einen Besuch sicherlich mehr als sinnvoll erscheinen lassen, bin ich durch die Ausgrabungsstätte etwas orientierungslos gelaufen, da zurzeit viele Ausgrabungen stattfinden, es keinen effektiven Wegverlauf gibt, trotzdem konnte ich mir ein Bild machen von der Stadt, die einst mazedonische, griechische, römische, christliche, byzantinische Schichten aufweist, heute ein Trümmerfeld, an dem so gearbeitet wird, dass man wieder entschlüsseln kann, was war.Das Forum, eine große Fläche, an der wie im Altertum üblich und nicht anders auch heute eine Reihe von Verkaufsläden angebracht waren, die Kirche, die an Paulus erinnern soll ist interessanterweise in einem Achteckstil, dem Oktogon, das Bild des himmlischen Jerusalems erstellt und erinnert mich natürlich sofort an den Start in meiner Reise in Aachen.Aus dem unten gelegenen Hauptteil der Stadt bewege ich mich dann in Ruhe aufwärts Richtung Theater und fand zwei einfache Bänke unter einem Olivenhain, der lud mich ein zu einer weiteren genüsslichen Pause, das hat mir wieder gut getan. Und nun stehe ich im Theater; alles Theater?Nachdem ich dann den prähistorischen Ort passiert habe, hier reicht die Geschicht ungefähr 8.000 Jahre zurück, befand ich mich auf der langen Geraden. Als ich so darüber nachdenke, erinnere ich mich natürlich an den Werbespruch, den ich erst in den letzten Tage erwähnte, mit immer gerade aus, Richtung Norden, der kühle. Heute: immer gerade aus Richtung Süden, immer wärmer, trocknen, Durst, bestimmt kommt es, ein tolles großes Blondes.Es geht nun mächtig bergan. Kurz vor dem Pass nimmt dann plötzlich in einem Ort der Weg einen Ausbruch nach Rechts, gefolgt von einem Linksabbieger, jetzt parallel zur großen Hauptstraße. Und mit und mit bist du heute auf der Via Egnatia, abseits vom Strom, auf ins Grüne, mit einem extrem steilen Aufstieg.Gefühlt bestätigte sich damit für mich das, was ich den ganzen Tag schon empfunden habe, in einem Kraterkessel zu sein, zu allen Seiten hin Berge, du nur ein Übersteigen als Möglichkeit.Im Tal bildete sich leichter Dunst, weiter entfernt war die Sicht verschwommen, ist nicht mehr möglich, sehe, dass es eine große Landebahn gab und für mich sehr deutlich zu sehen, die Akropolis von Philippi, damit konnte ich zurückschauen auf die lange Gerade Richtung SüdenIch gehe noch ein Stück weiter, noch mal ein steiniges Stück, komme auf den Pass und bin in einem wunderbaren Pinienhain, eine angenehme, kühlende, klimatische Wirkung und durch das dichte Nadelgehölz sehe ich das Meer und die Stadtdächer, die sich in rot abzeichnen, das Meer in dunkelblau, ganz weit draußen sehe ich die Insel Thasos.Ich bin kurz vor Kavala, vor der Bucht und dem Hafen. Hier oben herrscht Ruhe, ich höre nur die Vöglein, die zuversichtlich und fröhlich zwitschern, im abendlichen Sonnenschein, nur ich stark schwitzend, falle aus der Rolle.Die Geschichte für den Tag: Geschichte wiederholt sich nicht, aber die Archetypen, die Finten, die Listen, die Strategien. Es ist, als wenn du Jo spielst. Es gibt nur zwei Steine, eine Reihe von Spielfeldern und es geht dadrum, geschickt zu spielen.Geschichte wiederholt sich nicht, die Ähnlichkeit ist die Faszination, Vielfalt mit allen Traurigkeiten aber auch Freuden.

      • May 25, 2021

  10. Fcl went for a hike.

    May 23, 2021

    06:52
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    2,525 ft
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    1. Fcl

      Ich bin lahm. Die Blase an der linken Ferse macht mächtig zu schaffen. Trotzdem war eine der ersten Inspiration nach dem Verlassen des Hauses, obwohl ich doch das Schlagen der Glocke hörte, der Blick auf eine auf einer Schnecke tanzenden Person. Der Tanz, er lag in der Luft. Und ich war schon geneigt, mich mit dem Tanz voll und ganz zu beschäftigen, die Gedanken sprudelten und ich erinnerte mich, da war doch was, war es nicht Wien, wo ich den Walzer als einen der Tänze mit dem Umfeld von Tanz gedacht habe.So sehen wir, am Tanz lag so wenig, konnte mich nicht dazu durchringen einen weiteren Tag mit dem Tanz zu verbringen, aber ich erinnerte mich an den rhythmischen Schlag der Glocke. Die Glocke ruft zum Gottesdienst. So ist es hinlängliche Tradition. Hier im griechischen Umfeld ruft die Glocke ebenso zum Gottesdienst wie in Deutschland. Der, der sie heute geschlagen hat, hat bewusst mit drei Schlägen zum Schluss signalisiert: das ist Schluss. In der Musik wurde dieser Schlussteil auch oft der große Dreier genannt, mit dem im Prinzip das laufende Stück zu einem Ende, zu einem Haltepunkt, zu einem Schluss kommt.Glocken, mächtige Gebilde, gegossen mit Bronze oder Stahl, wo ein Klöppel gegen die Innenhaut schlägt und damit ein vibrieren, das einen im Raum stehenden Ton erzeugt, mit wunderbaren, spezifischen Obertönen, die schon berühren.Die Glocke ist auch ein Gedicht von Friedrich Schiller. Mein Vater hat es gerne zitiert und rezitiert. Dabei war die besondere Stärke, es vorzutragen, nicht nur in der Urform und in der ursprünglichen Form und in der ursprünglich gedachten Form, nein, er konnte es aufführen und darstellen in verschiedenen, persönlichen Situationen, als kleines Kind, als jemand, der Sänger ist, als jemand, der Soldat ist, als jemand, der auf dem Donnerbalken sitzt. Ein Ringen mit der eigenen Person im Denken und reflektieren oder einzig auch nur Vortragen der Glocke. Unvergesslich seine schauspielerische Leistung dabei, insbesondere wenn das kleine Mädchen beim Vortrag die dritte Zeile schon vergessen hatte und in Tränen ausbrach.Eine Glockengießerei zu besuchen kann ich nur empfehlen, es hat etwas geheimnisvolles und wo man es so, wie das Gedicht anfängt, es wird eine Form gebrannt. Mit der Form entsteht ein Ur-Bild dessen, was werden soll.Die Glocke ist ein Signalgeber. Und je nach benötigter Wirkung und Reichweite sind es klitzekleine oder richtig große. Die mächtig Großen hängen meistens in der Nähe von Kirchen oder in Kirchen und sie rufen über die Stadt hinaus, über das Viertel hinaus, die Gemeinde zum Gottesdienst. Manche Glockenzeichen dienen der allgemeinen Orientierung. Im katholischen Umfeld kann der nicht Gottesdienst-Teilnehmer anhand von spezifischen Glockenschlägen erahnen, was gerade im Gottesdienst passiert.Gemeinsam haben die meisten Kirchenglocken die Orientierung an der Uhrzeit und geben Signal zur halben Stunde, zur vollen Stunde, eventuell zur viertel Stunde, mit Angabe der vollen Uhrzeit.Die ganz kleinen Glocken zu Tisch mit der Möglichkeit, alle gemeinsam aufzurufen zum Beispiel Stille zu werden oder sich jetzt dem Essen zu widmen oder acht zu geben, dass die Suppe gereicht wird, die etwas größere Glocke, die in einem Versammlungsraum die Gemeinschaft zur Ruhe ruft, zur Aufmerksamkeit, zur Stille für das, was jetzt wichtig sein soll.Die Glocke, die der Milchmann, zumindest in früheren Zeiten, und hier auch noch heute, dann bedient, wenn er in einer Straße einfährt, um auf sein Geschäft aufmerksam zu machen: Leute kauft Milch. Und es ist nicht nur der Milchmann, der davon Gebrauch macht, auch der Bäcker oder der Alträuchermann, und es kann auch die Frau sein, die durch die Gegend fährt und auf ihr Geschäft aufmerksam macht. Die Glocke, Signalgeber, manchmal aber auch Informationsträger. Und wenn wir schon bei der Glocke sind,dann können wir die Schiffsglocke,die beispielsweise andeutet und ankündigt, es passiert etwas, bitte Aufmerksamkeit, das Schiff legt gleich los.Das Besondere an der Glocke ist die sicherlich auffallende Form. Die Form ist so bemerkenswert, dass an dieser Form sich auch der Name einer Blume angelehnt hat, die Glockenblume. Selbst ein Bauwerk wird in Form einer steinernen Glocke gedacht. Die besondere Kirche in Dresden. Welch Freude war es für die Stadt, diese Kirche aus Trümmern wieder zu errichten, aus Dankbarkeit, was einem Trümmer Mahnmal, ein Gedanken Mahnmal für Frieden und Freiheit zu stiften.In der Musik ist natürlich die Glocke ein gern genutztes Instrument, um einen sakralen Charakter oder einen müßig entrückten Charakter zu kreieren oder um eben genau dieses Merkmal von Stetigkeit des triumphalen Einsetzen von Glocken und zum Beispiel das Ende eines Krieges oder ein sonstiger besonderer Anlass auch akustisch unterstützt werden soll. Wagner hat dies geschickt im Parsifal eingesetzt, aber auch Maurice Ravel bei der Instrumentalisierung der Bilder einer Ausstellung.Und die Funktion der Glocke als Achtung Hallo ist vielleicht in einer anderen Gegend durch den Gong abgedeckt.Die Königsdisziplin der Glocke ist das Glockenspiel. Und auch hier ist sicherlich sofort der Gedanke bei der Zauberflöte und Mozart. Der Einsatz dieses Instrument ist im Prinzip wahrsten Sinne des Wortes verzaubert, aber es geht um mehr. Es geht um das Nutzen vieler Glöckchen, um zu einer Reihe von Tönen eine Melodie, ein Lied zu kreieren. Glockenspiele sind in Städten beliebte Anlaufpunkte, stundenlang stehen oft Menschen davor, um das Spiel der Glocken unter Umständen mit einem aufwändigen, synchronen Bewegen von Figuren beobachten zu können; hier wird oft Stadt-Geschichte erzählt.Besonders auffallend ist dies im belgischen Raum, wo die Glockenspieler mit mächtigen Einsatz von Fäusten die Lieder zum Leben erwecken. Carillon genannt. Und auch dahinter liegt eine ganz große, weite Welt, für die es sich lohnen würde, einzutauchen bis hin nach Westminster.Das Glockenspiel von Westminster lag mir von frühester Kindheit im Ohr, nicht weil ich so nahe am Ort des ursprünglichen Klanges gewohnt habe, sondern weil meine Großeltern eine Miniatur als große, alte Uhr auf dem Wohnzimmerschrank stehen hatten; hin und wieder durfte ich unter Aufsicht die Feder aufziehen.Diese Gedanken haben mich heute Morgen aus dem Ort Rohdolivos hinaus getragen, in eine wunderbare Landschaft. Der Höhnweg mit weiten Blicken in die Berge, dazwischen schattierte, rote Flecken mit der Ansammlung von Häusern, die eine ziemlich einheitliche Dachfarbe haben, aber dennoch durch die verschiedenen Höhen und Farbgebung und durch die Sonne einen wunderbar lebendigen Flecken darstellen. Zu meiner Rechten sind die Hügel schon sehr nah, es ist der Gebirgszug des Spangen, der mich gerade hier an der Stelle genau vom Mittelmeer abgrenzt, ich weiß, dahinter liegt die Sehnsucht des Meeres und ich werde es sicherlich spätestens morgen wieder sehen. Ich höre das leichte Zirpen, es halt über den ganzen Raum, dazwischen vielfältige Vogelstimmen und dies alles in einer Urruhe; ich genieße es und merke die innere Freude, die mich aufrecht richtig belebt. Heute ist übrigens Sonntag und in Deutschland nennt sich dieser spezielle Sonntag heute Pfingsten. Vielleicht zieht auch bei mir so etwas wie ein Windbraus ein, in einer himmlisch friedlichen Umgebung.Von den Feldern kam ich nun in den Ort und nach einem kurzen Durchgang durch eine kleine Gasse völlig unvermittelt auf einen großen Platz, vor dem ein Restaurant neben dem anderen stand, ein wirklich schönes lebendiges Treiben, Menschen saßen im Café, es gab Ausstellungen zum Verkauf von Ware, Kleidung, kleiner Markt, lebendig das Leben;es ist wieder da, auf dem Marktplatz. Hier steht eine lebensgroße Figur von Karamanlis, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Griechenland, der auch schon etwa 23 Jahre tot ist. Gedenken an Leistungsträger hat in Griechenland offensichtlich Bedeutung, ich bin schon wieder fast aus der Stadt, gehe durch das ruhige Viertel, wo die Schule steht, über dem Sportplatz liegt sonntägliche Ruhe. Und der Sportplatz ist gewidmet: Achilles Karamanlis.Und dann löst sich das Rätsel mit Karamanlis. Ich komme an den Friedhof und möchte die weiße Farbe des Friedhofs, der allen Grabsteinen gemein ist ablichten. Da kommt mir ein stämmiger, fröhlicher Grieche entgegen und wir kommen ins Gespräch. Ich sehe nämlich an der Kirche, die auf dem Friedhof steht,den Namen Karamanlis stehen. Und er erklärt mir, dass die Familie aus diesem Ort stammt, auch der in der Innenstadt verehrte, ehemalige Ministerpräsident. Und dass dessen Eltern auf diesem Friedhof liegen, sowie zwei Brüder. Ich bekomme einen Einblick in die Familiengeschichte und Ortsgeschichte, denn auch der Bruder, der hinter den Eltern rechts liegt, war Ministerpräsident von Griechenland. Und er erklärt mir, wie der Fluss Strymon Grenze war in kriegerischen Auseinandersetzungen. In seinem Gebiet, da wo wir jetzt stehen, so hab ich es verstanden,hat es im ersten Weltkrieg hohe Verluste gegeben und im zweiten Weltkrieg ganz geringe. Auf der anderen Seite des Flusses waren die Verhältnisse fast umgekehrt. Aus dem Ort, in dem wir sind, haben 200 Familien in Deutschland gelebt und gearbeitet; es gibt eine große Nähe zu Deutschland. Er kann belebt erzählen, er kennt seine Geschichte in vielen Details und vielen Möglichkeiten, mit fundierten Vergleichen; er fragt natürlich, wohin ich unterwegs bin und wo ich herkomme, ich erzähle mein Sprüchlein und er erzählt, das er bereits zweimal in den letzten zehn Jahren in Israel war und dieses Land liebt, man sieht sein Strahlen; er erzählt auch,wie er Reisen in die Türkei unternommen hat, warnt mich vor dem Durchlaufen von Syrien und Libanon,kann sich begeistern für eine Schiffsreise um dieses Gebiet über Zypern hinaus,hat viele Ideen und zum Schluss nehmen Tsakis Nounis und ich ein gemeinsames Foto auf. Die Friedhofskapelle wurde übrigens vom acht Familien gestiftet, aus Dankbarkeit und Stolz.Nun geht es in die Berge in Richtung des Klosters, von dem er mir dann noch gesagt hat, es sei das wichtigste weit und breit im Gelände, denn auch dieser Landstrich hatte zweimal für dieses Kloster gekämpft.Auf dem neuen Weg war ich schon nach kurzem Abschnitt vom Weg bewegt, parallel zum geplanten und angestrebten Pfad, anfangs war es schön und ich war zufrieden. Doch wie zu erwarten, kam auch ein Abschnitt, der weniger schön war, nahezu undurchdringliches Gestrüpp,eine alte Bekanntschaft von mir.Habe es aber in Ruhe genommen und kam in den nächsten Ort mit dem Wunsch, wie schön es wäre, eine Bank zu finden, im Schatten.Ich kam links um eine Biegung und da stand sie, die gewünschte Bank unter einem Olivenbaum. Es war kurz nach elf und ich gönnte mir die Pause an diesem geistlichen Ort, zog die Schuhe aus und lehnte mich an den Rucksack auf dieser Bank, wohl nicht schlafend, eher ruhend.Angenehm war es, den Vögeln zu lauschen und auch wahrzunehmen, wie ein leichtes Leben in der Stadt war. Sonntäglich ruhig war es, aber eine Frau führte ihr schwarzes Sonntagskleid aus, im bestmöglichen, aufrechten Gang, mit einem gewissen, sonntäglichen Stolz.Nach dem Ruhen richtete ich meine Sachen, nahm den Weg wieder auf, nachdem ich abgeklärt hatte, welche Alternativen es gibt und irgendeine Stimme sagte mir, bleib auf deinem Weg. Sie nahm zwei Biegungen und traute meinen Augen nicht. Das ist mir wie ins Auge geschossen, der Stern Davids. Es stand hier eine alte, zerfallende Synagoge in einem unglaublichen Ausmaß mit romanischen Bögen, nicht erwartet, nirgends eingezeichnet, vergessen. Einzig der Magen David mit einem kleinen hebräischen Schriftzug war zu erkennen und dann wusste ich, warum ich eben diesen Weg nehmen musste, freue mich über eine zweite gute Begegnung an dem Tag und bin gespannt was er noch bringen wird.Nach diesem besonderen Erlebnis war ich so froh gemuht, so guter Stimmung, dass ich mich auf den weiteren Weg freute. Zu früh gefreut.Als ich die Straße verließ, von Komoot geplant angekündigt, führte der Weg langsam, sehr schön in den Berg hinein und kam dann nach einer Wendung an eine undurchdringbare, grüne Wand, wo ich den Weg suchte, er war nicht wirklich zu finden, er schien zugewachsen zu sein. Dazu hatte ich auf meinem Smartphone Bildschirm geschaut und in dem Augenblick sah ich, wie eine wunderbare Libelle in ihrer vollen, prächtigen Ausbreitung - mindestens acht, wenn nicht 10 cm breit - sich auf eine grüne Pflanze setzte, ich wollte sie fotografieren, hantierte mit meinen Stöcken und mit meinem Mobiltelefon, dann rutschte mir ein Schweißtropfen als Melange mit Sonnenöl ins Auge, ich war behindert, die Libelle war weg und dann war ich ziemlich zerknirscht, ich ging den Weg zurück zur Straße, die ich eigentlich nicht gehen wollte, war in mich leicht stinkig versunken, schwitzte umso mehr, nahm das schon mehrfach gebrauchte Tempotaschentuch zum Abtropfen und stellte fest, dass ich auch noch die Mund- und Nasenmaske verloren habe. Das ist einfach zu viel. Im Augenblick, wo ich es hier loslasse, lasse ich auch von meiner Problematik los. Es ist einfach Würdigkeit und Unzufriedenheit, aus eigenem Verursachen. Jetzt weiß ich, die Schuhe sind einfach eine Nummer zu klein.Zur Ruhe gekommen, geht es nun den langen Anstieg zum Kloster Panagia Eikosifoinissa. In der prallen Sonne, manche würden sagen erbarmungslos, gehe ich ziemlich rhythmisch, orientiere mich an einen Mittelstreifen und beobachte, wie sich die Schweißperlen bilden, oben auf die Brille hineinfallen, über das Brillenglas runterrutschen und aus der Brille unten heraus auf meine Backen fließen; es ist ein ewiges Kommen und Gehen von Flüssigkeit, ich spüre immer wieder, wie sich ein neuer Tropfen bildet, ansammelt und seine Bahn sucht und nimmt. Besonders bemerkenswert ist, dass ich nun beobachte, was meine Augen machen; das ist es, sie schützen sich vor dem salzigen Melange-Gemisch von Schweiß und Sonnencreme. Des Weiteren beobachte ich meine Augen, wenn ich genau senkrecht zwischen meine Füße gucke, gibt es ein Verschwimmen des Bildes, weil es sehr schnell ist, die Auflösung der einzelnen Bilder ist nicht mehr gewährleistet; wenn ich ungefähr ein bis anderthalb Meter vorausschaue, habe ich das Gefühl, dass das Auge immer einen Halt sucht, dadurch ein stabiles Bild entsteht und fast in der Schrittfolge ein Schritt im Bild nach vorne setzen, also ein Bild festhalten, Bild festhalten, Bild festhalten; phänomenal, was das Auge macht, ohne dass wir es vielleicht genau wissen und auch immer beobachten; ich hab vielleicht etwas für mich gelernt.Nahm den Weg wie eine kleine Maschine, sehr rhythmisch, aber damit auch nicht konzentriert und der Sehraum war weniger als das direkte Umfeld, etwa 1 m². Aber es war Konzentration, immer die Chance mit all den Umständen, der brennenden Hitze den Berg in Ruhe zu nehmen.Oben angekommen nutze ich gleich die Chance in einer anderen Form Energie zu tanken.Ich suche mir eine neue Schutzmaske heraus, lege sie an und betrat das Selbstbedienungsrestaurant, wollte nach Orangensaft fragen und schon sagte die Dame: Sie sprechen bestimmt deutsch. In einem tadellosen Deutsch, sie hatte 20 Jahre in Deutschland gelebt und war wieder hier, war fröhlich und zufrieden. Nun ein Orangensaft und ein richtig schönes, süßes Teilchen. Sie gab mir dazu noch eine Unterlage mit der Beschreibung der Geschichte des Klosters und mit Hinweisen zu den Umständen und als ich ihr sagte das ich nach Jerusalem pilgere, gab sie mir einen Euro und nahm mir das Versprechen ab, für Sie eine Kerze zu zünden. Die große Anlage war beeindruckend, ebenso von der sofortigen Ruhe und der begehrten Offenheit. Ich ging durch das Tor in den Innenhof zur Kirche, betrat die Kirche und war sofort im Bann dieser Kirche. Sie hat eine starke dunkle Grundhaltung, in der das Gold des achteckigen Leuchters ebenso hervorsticht wie die anderen Goldgaben, alles drapiert vor dem inzwischen geschützten Abbild des Heiligtums einer Mutter Gottes Darstellung mit Christus, eigentlich auf zwei Holzbrettern dargestellt. Die Geschichte: es war mal ein Brett, zerbrach dem Gestalter im letzten Augenblick. Ich glaube viele von uns kennen das Erleben, wenn etwas fast fertig ist,aber eben auch nur fast. Es wurde jedenfalls dieser Kirche zu einem großen Sieg.Sie gilt als eine der ältesten, wenn nicht älteste Klosteranlage, die weit zurück reicht. Ein älterer Herr kam mit mir ins Gespräch er feiert morgen seinen 78. Geburtstag, er konnte so seine englischen Zahlenkenntnisse mit mir in Ruhe ausprobieren, ich gab ihm auch meine Zeit.Es kam ein jüngerer Mann auf mich zu, der offensichtlich in Deutschland lange gelebt hat, er sprach ein tadelloses Deutsch, kam ins Gespräch über meine Reise und das Zusammenleben der Religionen. Er replikt: es kommt darauf an, welcher Religion angehörst, sondern wie dein Herz spricht. Es kam eine kleine Nonne, die fragte ich, ob ich einen Stempel erhalten könnte, als Erinnerung, sie bemühte sich, kam zurück, bat mich in den Kirchenraum zu gehen und dort zu warten,es würde jemand kommen.Ich begab mich zurück in die Kirche, entledigte mich von Rucksack, Stöcke und Mütze und nahm auf einen der wunderbaren Stühle Platz, entspannte mich, lauschte in den Raum, beobachtete Details, die Gestaltung der Säulen, die Malereien, bis in die tiefste Kuppel mit Details, die schon sehr liebenswert und überlegt waren. Es kam eine etwas größere Schwester mit dem sorgsam eingepackten Stempel und Stempelkissen. Sie setzt mir in beide Bücher einen Stempel mit einer Liebenswürdigkeit und einer Hartnäckigkeit, das ist wirklich ein ganz tiefes Verstehen, Gedanken, ich schaue mir den Stempel an und fand die Details abgedruckt.Heiß ist es, wieder runter vom Berg, ins Tal, noch an ein, zwei oder sogar drei Klöster vorbei und dann zur Ruhe kommen, um das alles nachwirken zu lassen, ein schöner Tag auch wenn es zwischendrin ein unglückliches Gefühl gab; wie wird das sich aber durch das Nachdenken und Reden sehr gut bekommen.Nun bin ich doch fast am Ziel und komme wieder zur Glocke. Ich erinnere mich an die Osterglocke nicht nur die, die in der Kirche läutet, sondern auch die Blume, ein schöner Name für einen Blüte, weiß auch die Verbindung zum blühen und Blüte aus den Vortagen, wieder stellt das Merkmal sich ein, ich erinnere mich an die Osterglocken am Pfingstsonntag und was noch viel spannender ist,ein guter alter Freund,Hermann Walter Erbslöh hat mir ausgerechnet jetzt ein Gedicht von Erich Kästner geschickt, zum Thema Glocke. Es gibt keinen Zufall.Es läuten die GlockenWenn im Turm die Glocken läuten,
      Kann das vielerlei bedeuten.
      Erstens: Daß ein Festtag ist.
      Dann: Daß du geboren bist.
      Drittens: Daß dich jemand liebt.
      Viertens: Daß dich’s nicht mehr gibt.
      Kurz und gut, das Glockenläuten
      Hat nur wenig zu bedeuten
      (Erich Kästner)

      • May 24, 2021

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