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January 20, 2026
Der Gedenkstein des Anton Görg im Amöneburger Brücker Wald: Der kleine Gedenkstein steht fast verborgen und schwer auffindbar im Ostteil des Distrikts 10 im Brücker Wald. Man erreicht seinen Standort, im Volkmund als „Antonsplätzchen“ bezeichnet, am besten von der Bundesstraße 62 aus. Von Niederklein kommend, etwa 650 m von der rechtsseitigen Waldgrenze entfernt, zweigt dann links der Straße ein Waldweg ab, der durch eine Schranke gesperrt ist. Dieser verläuft weiter über einen Graben, der zur Straße hin entwässert. Entlang dieses gradlinig aus dem Wald kommenden Grabens gelangt man nach knapp 200 Metern zum Standort des Gedenksteins, der linker Hand vor einem Fichtenschlag steht. Der fast unscheinbare, aus Sandstein gefertigte Gedenkstein besitzt eine Gesamthöhe von 62,5 cm, wovon 45 cm bearbeitet sind. Er ist oben 28, unten aber 34 cm breit; seine Dicke ist ebenfalls unterschiedlich; sie beträgt oben 12 und nimmt nach unten auf 14 cm zu. Auf der nach Westen gerichteten Vorderseite befindet sich folgende Inschrift: „HIR IST DIE MORTATH DER ERSCHLANEN FORSTLAUFER ANDON GÖRG GESCHEHEN - 15 NOV“ (Hier ist die Mordtat des erschlagenen Forstläufers Anton Görg geschehen - 15. Nov.) Die Rückseite zeigt ein schlicht herausgearbeitetes lateinisches Kreuz und darüber die Jahreszahl 182(0); weiterhin sind auf dem geglätteten Fuß unterhalb des Kreuzes die Initialen „WG“ zu erkennen. Über die Bedeutung des Gedenksteins und die Hintergründe der Mordtat weiß der Volksmund folgendes zu berichten: Anton Görg, ein Amöneburger Bürger und zugleich städtischer Forstläufer, war eines Tages im Brücker Wald Holzdieben auf die Spur gekommen. Als er schließlich einen davon auf frischer Tat ertappte, kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Förster erschlagen wurde. Um die Tat zu verheimlichen, wurde der Tote vom Tatort weggezerrt, unter dickes Moospolster gelegt und schließlich mit einem Reisighaufen überdeckt. So blieb die Tat zunächst verborgen. Erst als im Herbst das Reisig abgefahren wurde, entdeckte man den Toten und identifizierte ihn als den verschollenen Stadtförster. Von dem Täter fehlte aber jede Spur, obwohl allerlei Mutmaßungen und Verdächtigungen ausgesprochen wurden. Schließlich nach langen Jahren, als die Sache schon fast vergessen schien, brach der Täter, ein Bewohner aus dem Nachbardorf, sein Schweigen. Es war auf dem Sterbebett. Zur Person des Stadtförsters lassen sich aus dem Amöneburger Kirchenbuch folgende Einzelheiten ermitteln: Anton Görg wurde am 6. Jan. 1764 als Sohn der Eheleute Johannes Görg und Margarethe, geb. Muth, in Amöneburg geboren. Er hieß eigentlich Markus Anton, da sein Taufpate Marco Antonio Brentano war, der aus Tremezzo am Comer See (Lago di Como/Italien) stammte, und sich am 18.6.1750 in Amöneburg mit der Schwester seiner Mutter verheiratet hatte. Görgs Vater, der eigentlich das Schneiderhandwerk erlernt hatte, war lange Jahre als Mädchenschulmeister in Amöneburg tätig. Am 7. Juli 1794 verheiratete sich Anton Görg in Amöneburg mit Christina Schmitt, einer Tochter von Johannes Schmitt aus Niederklein. Aus der Ehe gingen 3 Söhne und 3 Töchter hervor, von denen jedoch nur die Söhne Wilhelm (* 15.12.1794) und Konrad (* 15.7.1802) überlebten. Wann Görg das Amt eines Forstläufers für den Stadtwald übernahm, ist nicht bekannt. Nach der Inschrift auf dem Gedenkstein fand man den Ermordeten am 15. Nov. 1820, doch wurde sein Tod erst einen Tag später im Kirchenbuch vermerkt. Der Eintrag lautet: „1820, 16. Novb.: Antonius Görg civis hujas et custos silvae hujatis in hac eodem die mortuus inventus - 54 annorum“. (Anton Görg, hiesiger Bürger und Aufseher im hiesigen Wald, ist am selben Tage in demselben tot aufgefunden worden - 54 Jahre alt). Nach den Initialen „WG“ auf der Rückseite des Gedenksteins, dürfte Wilhelm Görg seinem ermordeten Vater diesen gesetzt haben. Vermutlich hat er den Stein sogar selbst gefertigt, denn seine schlichte Form und Bearbeitung sprechen gegen eine qualifizierte Steinmetzarbeit. Bemerkenswert ist allerdings, dass Wilhelm Görg einen Gedenktein schuf, der eher an Grab-Kreuzsteine erinnert, die in unserem Raum nur bis Ende des 17. Jhs. entstanden. Sicherlich waren solche zu seiner Zeit noch in größerer Zahl vorhanden und dienten als Vorbild. Für die Denkmalkunde ist dieser Stein insofern aber eine Besonderheit, denn er wurde noch um 1820 in einer Form und Darstellung geschaffen, die längst ausgestorben war. Seit seiner Errichtung hat der kleine Gedenkstein immer wieder Besucher angelockt - darunter auch solche, die ihn nicht gefunden haben. So unscheinbar und schwer auffindbar er auch sein mag - im Jahre 1989 rückte er sich derart in den Vordergrund, dass man wiederum nach einem Täter suchte, der zunächst unerkannt blieb. Nachdem seither fast zehn Jahre ins Land gegangen sind, sei es erlaubt, den Schleier des versprochenen Schweigens wenigstens etwas zu lüften. Als nämlich der Verfasser Ende April 1889 das „Antonsplätzchen“ aufsuchte, war der Gedenkstein verschwunden. Und da auch eine intensive Absuche des umgebenden Geländes erfolglos blieb, nahm dieser die Presse zu Hilfe. Am 3. Mai 1989 brachte die Oberhessische Presse unter dem Titel „Dem Antonsplätzchen fehlt der Stein“ einen ausführlichen Bericht über den Gedenkstein und dessen Hintergründe; dazu zwei Abbildungen der Vor- und Rückseite. Schon bald danach zeigte sich, dass dadurch das Steindenkmal zur „heißen Ware“ geworden war. Bereits am 17. Mai erhielt der Verfasser einen anonymen Brief mit dem Hinweis, man wisse, wo sich der Stein befinde und wolle, wenn weder Presse noch Polizei eingeschaltet würden, bald eine Nachricht dazu übermitteln; zuvor solle man jedoch im Anzeigenteil der Presse mit dem Kürzel „Alles OK“ ein Einverständnis dazu mitteilen. Dies geschah bereits einen Tag später. Daraufhin erhielt der Verfasser am 20. Mai einen weiteren anonymen Brief mit dem Hinweis, das „OK“ sei angekommen; des weiteren waren nicht nur 20 DM für entstandene Auslagen beigelegt, sondern auch eine genaue Lageskizze von der Stelle, wo man den Stein abgelegt hätte; wenn dieser wieder an seinem alten Platz stehe, sei man über ein weiteres „OK“ in der Presse sehr erleichtert. Die nachfolgende Sicherstellung des Gedenksteins war dann bereits eine Stunde nach Eintreffen dieser Mitteilung abgeschlossen. Er fand sich, wie auf der Skizze verzeichnet, auf einem kleinen Rastplatz zwischen Stadtallendorf und Neustadt nahe der Wasserscheide. Nach fachmännischer Säuberung und Härtung wurde der Gedenkstein dann schließlich am Nachmittag des 12. Juni 1989 wieder auf dem „Antonsplätzchen“ aufgestellt; diesmal allerdings mit fester Verankerung in einen Betonsockel, weswegen die hiesige Stadtverrwaltung eigens einen Unimog einsetzen musste. Als dann endlich am 14. Juni in der Zeitung unter der Rubrik „Verschiedenes“ die Mitteilung „Alles OK - Ich stehe wieder“ zu lesen war, erhielt der Verfasser einen letzten anonymen Brief - und der drückte eine spürbare Befreiung aus. Doch schien das Gewissen sich nicht zu entlasten. Knapp zwei Jahre später offenbarte sich der „Betroffene“ persönlich dem Verfasser - und dieser gab nochmals sein Wort, auch in Zukunft Verschwiegenheit zu wahren. Quelle: Amöneburger Blätter I/1999
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August 25, 2025
We were also in the Lüneburg Heath at the same time. Near Wilsede...Behringen!
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Der Akku vom Handy war leer, daher vorzeitiges Ende. Die Tour war ca 80 km lang.
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January 20, 2026
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