Attività recenti
Was macht man bei trübem, kaltem und feuchtem Wetter? Zu Hause auf der Couch bleiben – das ist die eine Möglichkeit. Doch wenn Wanderwege vereist oder überflutet sind, kann ein Stadtrundgang eine ebenso machbare wie lohnenswerte Alternative sein. Genau so entschieden wir uns für einen Besuch in Bolesławiec, dem ehemaligen Bunzlau in Niederschlesien. Wir parkten unser Auto nahe dem Stadtzentrum und begannen ganz pragmatisch: mit dem Gang zum Geldautomaten. In Polen wird mit Złoty bezahlt; Euro werden zwar vereinzelt akzeptiert, sind aber keineswegs selbstverständlich. Vorbei an zwei imposanten Kirchen – darunter die mächtige Marienkirche mit ihren gotischen Ursprüngen – durchquerten wir einen weitläufigen Friedhof. Auffällig war das Fehlen klassischer Urnengräber. Stattdessen zeigten die Grabstätten deutlich soziale Unterschiede nicht nur vergangener Zeiten: schlichte Ruhestätten neben aufwendig gestalteten Familiengräbern. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen – aber ein aufmerksamer Rundgang lohnt sich. Wenig später erreichten wir eine Keramikmanufaktur mit angeschlossenem Shop, Café, Museum und der Möglichkeit zur Betriebsführung. Die Tradition des Bunzlauer Steinzeugs reicht bis ins Mittelalter zurück; im 18. und 19. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, als das widerstandsfähige, hitzebeständige Geschirr europaweit exportiert wurde. Für ein Foto hatte ich mich kurz hineingeschlichen – wurde jedoch umgehend und freundlich des Platzes verwiesen. Kaufen wollten wir ohnehin noch nichts, denn entlang unseres weiteren Weges sollten sich noch mehrere Outlets und Werkstätten finden. Unser Weg führte hinunter zum Fluss Bóbr (deutsch: Bober). Informationstafeln erklärten, dass der Name tatsächlich mit dem Wort „Biber“ verwandt ist – und mit etwas Glück lassen sich ihre Spuren am Ufer entdecken. Der Fluss prägte über Jahrhunderte Handel, Wirtschaft und Verteidigung der Stadt. Besonders beeindruckend ist das gewaltige Eisenbahnviadukt über das Tal – eines der längsten seiner Art in Polen. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeugt vom industriellen Aufschwung der Region. Unsere Runde schloss sich schließlich zurück in Richtung Ausgangspunkt – vorbei an weiteren Keramikgeschäften – bis wir den bemerkenswerten Marktplatz erreichten. Hier lebt alte deutsche Baukunst weiter: farbenfrohe Bürgerhäuser, Renaissance- und Barockfassaden und das prachtvolle Rathaus im Stil der Neorenaissance prägen das Bild. Durch puren Zufall kehrten wir im traditionsreichen Restaurant Pod Złotym Aniołem („Unter dem goldenen Engel“) ein. Das Haus stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als ältestes Restaurant der Stadt. Direkt am historischen Marktplatz gelegen, atmet es Geschichte. Überliefert ist, dass 1538 König Ferdinand I hier eingekehrt sein soll. Auch Napoleon Bonaparte war am 12. Dezember 1812 Gast des Hauses – angeblich ohne Bargeld. Der Legende nach beglich er seine Rechnung mit einer dekorativen Vase. Ob Wahrheit oder gute Geschichte – sie passt hervorragend in dieses geschichtsträchtige Ambiente. Fazit Ein Stadtrundgang durch Bolesławiec ist gerade bei ungemütlichem Wetter eine reizvolle Alternative zu rutschigen Wanderwegen. Geschichte, Architektur, Handwerk und Gastronomie verbinden sich hier auf engem Raum. Und vielleicht ist genau das der Reiz solcher Tage: Wenn Nebel, Kälte und feuchte Luft die Farben etwas dämpfen, tritt das Wesentliche deutlicher hervor – die Geschichten, die eine Stadt seit Jahrhunderten erzählt.
01:34
5,99km
3,8km/h
50m
50m
geowiese e altre persone hanno fatto un'escursione.
15 febbraio 2026
Der Cottbuser Ostsee ist für mich immer wieder eine Wanderung wert. Jedes Mal fühlt es sich ein bisschen anders an – mal weit und rau, mal still und fast meditativ. Die Größe des entstehenden Sees beeindruckt mich immer weder aufs Neue. Man spürt förmlich, wie sich hier Landschaft neu erfindet. Besonders nachdenklich stimmen mich die Orte, an denen einst Dörfer standen, die dem Tagebau weichen mussten. Wenn wir dort unter einer der Schutzhütten sitzen, eine Pause einlegen, Würstchen essen und einen heißen Glühwein trinken, entsteht eine ganz eigene Atmosphäre. Es ist gemütlich – und zugleich nachdenklich. Die Gedenksteine und Ortschroniken lese ich mir jedes Mal wieder aufmerksam durch. Sie erzählen Geschichten von Menschen, von Häusern, von einem Leben, das hier einmal war. Das berührt mich immer wieder. Auch die Infotafeln entlang des Weges finde ich spannend. Sie erklären anschaulich, wie aus einem riesigen Tagebau Schritt für Schritt ein See entsteht. Dieser Wandel vom industriellen Eingriff hin zu einer neuen Natur- und Freizeitlandschaft macht die Wanderung für mich besonders interessant. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings die noch sehr überschaubare Gastronomie rund um den Ostsee. Einkehrmöglichkeiten sind bislang selten – deshalb gehört für mich ein gut gepackter Rucksack einfach dazu. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – komme ich immer wieder gern hierher zurück. Der Cottbuser Ostsee ist für mich nicht nur eine Wanderstrecke, sondern ein Ort des Wandels, der Erinnerung und der Weite.
05:17
25,6km
4,8km/h
90m
90m
geowiese e kapunkt espunkt hanno pianificato un'escursione.
13 febbraio 2026
06:08
24,1km
3,9km/h
70m
60m
Ein neuer Radweg, welcher als Seeachse angepriesen wird, soll zwischen der Stadt Cottbus und dem Ostsee entstehen. Ein erster Spatenstich erfolgte vor wenigen Monaten und auf dem grob ausgearbeiteten ehemaligen Bahngleis bewegten wir uns mehr schlecht als recht vorwärts. Aber der Zustand wird sich im Laufe der Zeit ändern, so hoffe ich, da auf der Bautafel der Sponsor bereits einen Namen hat. Auf dem Rückweg lernten wir ein neues Restaurant kennen, dass unweit der Seeachse eröffnet wurde.
02:18
9,71km
4,2km/h
30m
30m
geowiese e altre persone hanno fatto un'escursione.
7 novembre 2025
Eigentlich sollte unsere Tour schon viel früher stattfinden. Doch manchmal hat der Kalender andere Pläne – und so starteten wir erst Anfang November auf den Forststeig. Ein Nachteil dieser späten Jahreszeit: Die berühmten Biwakplätze sind von 1. November bis 31. März geschlossen. Dafür schenkt der Herbst seine ganz eigene Magie – kühle, klare Luft, feuchter Waldboden, der nach Laub und Stein riecht, und ein Licht, das selbst die Felsen in sanftes Gold taucht. Die Anreise begann holprig. Die Deutsche Bahn zeigte wieder einmal ihr eigenes Zeitverständnis, und so verpassten wir in Königstein den Anschlussbus. Doch anstatt uns zu ärgern, fanden wir Zuflucht beim Griechen, wo wir bei Knoblauchbrot und Bier auf den nächsten Bus warteten. Vielleicht war es genau das, was wir brauchten – ein langsamer Einstieg, ein kleines Stück Gelassenheit vor dem großen Weg. Mit Verspätung, aber guter Laune, erreichten wir schließlich den Abzweig zum Pfaffenstein. Unser Weg führte jedoch in eine andere Richtung – hinauf zum Spitzstein, wo wir auf den Forststeig stießen, der sich still und geheimnisvoll durch die Wälder zieht. Unter einem mächtigen Felsüberhang fanden wir eine Boofe, die uns für die Nacht Schutz bot. Das Knistern des Windes in den Ästen und das leise Tropfen des Wassers von der Felsdecke begleiteten uns in den Schlaf. Am nächsten Morgen erwachte der Wald im Nebel. Wir folgten dem Steig in Richtung Großer Zschirnstein, begleitet vom Rascheln des Laubes unter den Stiefeln. Auf dem Katzsteinfelsen riss der Himmel schließlich auf. Vom nördlichen Gipfel „Signal“ bis zum südlichen „Katzfels“ öffnete sich ein Panorama, das einem den Atem raubte – die Sächsische Schweiz in ihrer ganzen herbstlichen Weite, still und endlos. Vorbei am Rotstein gelangten wir zum Fuchsteich, dessen Wasser wie ein dunkler Spiegel im Wald lag. Wir rasteten dort, ließen die Stille auf uns wirken und das Gefühl, für einen Moment ganz außerhalb der Zeit zu stehen. Danach führte der Weg weiter zum Jagdschloss Kristin Hrádek, das tief im Wald liegt und nur zu Fuß erreichbar ist – ein Ort, der seine Ruhe bewahrt hat. Ich kannte ihn von einer früheren Wanderung, und die Erinnerung an Wildgerichte und freundliche Gastlichkeit trog nicht: Auch diesmal wurden wir bestens bewirtet. Gestärkt, aber müde, gönnten wir uns noch ein kleines „Wegbier“, bevor wir wieder in die Dunkelheit aufbrachen. Der Weg führte uns vorbei an der Ruine der Königsmühle, wo wir eine überdachte Picknickbank fanden – unser Schlafplatz für die Nacht. Kein Zelt, kein Komfort, nur der Wald, das Rauschen des Windes und das Gefühl, angekommen zu sein. Am Sonntagmorgen ging es weiter in Richtung Großer Zschirnstein. Der Forststeig zeigte sich von seiner schönsten Seite – Felsen, Wurzeln, bemooste Stämme, das Spiel von Licht und Schatten. Unterwegs kamen wir an einer belegten Boofe vorbei und überquerten kurz darauf einen Bach, nur um festzustellen, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen hatten. Also wieder zurück – so ist das manchmal in der Natur: Der Weg ist Teil des Erlebnisses. Bald fanden wir wieder die gelbe Markierung, die uns sicher durch das Gelände führte. Steil stieg der Pfad entlang eines Felsens an, bis wir auf den Grenzweg zwischen Deutschland und Tschechien trafen. Für einige Kilometer liefen wir genau auf dieser unsichtbaren Linie, während sich zur einen Seite das Böhmische Land öffnete und zur anderen die Sächsische Schweiz. Unterhalb des Großen Zschirnsteins verließen wir den Grenzpfad und machten am Zschirnstein-Biwak Frühstückspause. Der heiße Kaffee dampfte in der kalten Luft – einer jener kleinen Momente, die sich tief einprägen. Die letzten vier Kilometer nach Schöna flogen dahin. Der Weg führte nur noch bergab, und jeder Schritt brachte uns näher zur Zivilisation. Diesmal verlief die Rückfahrt reibungslos – Bus und Bahn im Gleichklang. Doch in Gedanken blieben wir noch auf dem Steig: zwischen Nebel und Felsen, zwischen Grenze und Freiheit, zwischen gestern und dem, was bleibt – der Erinnerung an ein stilles, starkes Stück Natur.
11:24
29,2km
2,6km/h
820m
880m
geowiese ha fatto un'escursione.
25 ottobre 2025
4 Wandergipfel im tschechischen Teil des Lausitzer Gebirges erwandern. Start und Ziel war der Töpfer mit seiner wunderbaren und urigen Baude und deren netten Wirtsleuten.
05:28
21,3km
3,9km/h
640m
630m
geowiese e altre persone hanno fatto un'escursione.
18 ottobre 2025
Die abwechslungsreiche Tour führte vom Hotel Maruška zum Buková, über den markanten Aussichtsturm Bramberk, dem Severak wieder zurück bis nach Hrabětice. Auf gut ausgebauten Wegen entdeckten wir die ganze Vielfalt dieser einzigartigen Mittelgebirgslandschaft: stille Fichtenwälder, blühende Bergwiesen, einen Berggipfel mit Kreuz und Gipfelbuch, der sagenumwobenen Teufelskammer unweit davon, einem herrlichen Rastplatz mit einem atemberaubenden Ausblick zum Spicak und dem dahinter befindlichen Riesengebirge – ein idealer Ort für eine kleine Pause mit frisch gebrühtem Glühwein und unvergessliche Fotos. Weiter ging es durch idyllische Waldpfade und sonnige Lichtungen Richtung zum Aussichtsturm Bramberk mit seiner urigen Gaststätte. Nach einer kurzen Rast war unser nächstes Ziel der Severak mit seinem Imbiss und dem tollen Bier. Über die Abfahrtspiste erreichten wir am Ende das Hotel Maruška, wo uns echte böhmische Gastfreundschaft – mit regionaler Küche, familiäre und gemütlicher Atmosphäre erwartete.
03:28
13,7km
3,9km/h
400m
380m