Die Kirche hat sowohl Stilelemente der Gotik (Fenster), der Renaissance als auch des Barocks (Giebel). Diese stilistische Vielfalt ist charakteristisch für die Nachgotik, bei der die Elemente der Gotik bewusst als Bedeutungsträger für „Altehrwürdigkeit“ eingesetzt wurden.
Die Geschichte der Hauptkirche BMV steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung Wolfenbüttels zur herzoglichen Residenzstadt. Östlich des Schlosses stand zuvor eine kleine Marienkapelle, die 1301 erstmals urkundlich erwähnt ist. Von Herzog Heinrich dem Jüngeren 1533 zur herzoglichen Grablege ausgebaut, entstand an dieser Steile etwa ein halbes Jahrhundert später unter Beibehaltung des Namens die erste große protestantische Kirche. Auslösend war ein Gesuch der „Prediger und Kirchenväter“, mit dem sie im Januar 1604 an den regierenden Herzog Heinrich Julius herantraten. Dieser war zudem bestrebt, gleichzeitig eine neue Grablege für die fürstliche Familie zu errichten.
Mit dem Bau wurde 1608 unter der Leitung des herzoglichen Baumeisters Paul Francke begonnen. Im Jahr 1613 waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass der überraschend in Prag verstorbene Herzog Heinrich Julius in der neuen Fürstengruft beigesetzt werden konnte. Trotz des Dreißigjährigen Krieges wurden die Bauarbeiten bis zum Jahre 1624 weitgehend abgeschlossen. Das Notdach auf dem Turm wurde erst 1751 durch den heute vorhandenen barocken Turmhelm ersetzt. Dem Bildhauer Jacob Meyerheine werden die Portale an der Nord- und Südseite zugeschrieben.
Die Marienkirche sollte eine Predigt- und Abendmahlskirche zur Verkündigung des reformatorischen Glaubens für die Gemeinde werden, zugleich aber auch den Wunsch nach fürstlicher Repräsentation erfüllen. Paul Francke griff auf die gotische Konzeption der niederdeutschen Hallenkirchen zurück. Gleichzeitig zeigen sich an der Marienkirche auch Ideen „humanistischer Architektur“ aus Italien und der Niederländischen Renaissance. Das nach eigener „Manier“ kombinierte Gesamtkunstwerk ist somit ein Beispiel des deutschen Manierismus. Allerdings wurde das Westportal, 1645 fertiggestellt, eindeutig im barocken Stil geschaffen.
Quelle: Wikipedia