Vișeu de Sus (deutsch Oberwischau, ungarisch Felsővisó, jiddisch Ojberwischo) ist ein Ort im nördlichen Rumänien im Kreis Maramureș. Die 1956 zur Stadt erhobene Gemeinde liegt am Zusammenfluss des namensgebenden Flusses Vișeu mit der Vaser. Sie umfasst außer der Stadt im engeren Sinne noch die Ortschaft Vișeu de Mijloc. im Jahr 2002 hatte Vișeu de Sus 15.944 Einwohner, Vișeu de Mijloc 3.223. Gemessen an der Fläche ist Vișeu de Sus die zweitgrößte Stadt in Rumänien.[3]
Bekannt ist der Ort besonders durch die Karpatenwaldbahn (Wassertalbahn), die von Vișeu de Sus auf einem etwa 40 km langen Schienennetz bis zur ukrainischen Grenze führt.
Oberwischau wurde das erste Mal im Jahre 1362 erwähnt.[4] 1778 ließen sich dort Waldarbeiter vor allem aus dem oberösterreichischen Salzkammergut um Gmunden und Bad Ischl nieder, die mit den zuvor in Deutsch-Mokra angetroffenen Verhältnissen unzufrieden waren, aber auch Holzfäller aus Salzburg und Tirol.[5] 1796 bis 1798[4][6] und/oder 1812[5] folgten Siedler aus der Oberzips, vor allem aus Hopgarten.[5] Die Zipser Sachsen (siehe Zipser in Rumänien) wohnten lange Zeit in einem eigenen Stadtteil, der sogenannten Zipserei. Wegen arbeitspolitischer Konflikte mieden sich die beiden Gruppen lange Zeit, was zu einem anhaltenden Nebeneinander zweier deutscher Mundarten führte, nämlich einer verkehrssprachlich orientierten mittelbairischen und einer schlesisch-hopgartnerischen, genannt Zäpsersch, die sich erst im 20. Jahrhundert zu mischen begannen.[5] Um 1970 war die schlesische Mundart schließlich ausgestorben. Das vor allem mittelbairisch-oberösterreichisch basierte Oberwischaudeutsch mit geringen Zäpserschen Restelementen wird bis heut im Ort gesprochen.[6]